Glenveagh National Park

Irlands Norden: Das County Donegal

Das County Donegal liegt ganz im Norden der Republik Irland. Im Norden und Westen ist es vom wilden Atlantik umgeben, während es im Osten an Nordirland grenzt. In dieser rauen und gleichzeitig wunderschönen Region war ich vier Tage lang mit ein paar Freunden unterwegs. Da in Irland und insbesondere im County Donegal der öffentliche Nahverkehr nicht besonders gut ausgebaut ist, mieteten wir uns ein Auto, mit dem wir alle Ausflüge unternahmen.

Letterkenny

Wir übernachteten in Letterkenny im Ballyraine Guesthouse, das ich nur wärmsten empfehlen kann. Die Gastgeberin war außergewöhnlich freundlich, die Zimmer waren sehr sauber und das Frühstück reichhaltig und lecker. Wie üblich genoss ich das warme, englische/irische Frühstück und sparte mir so das Mittagessen. Die Stadt Letterkenny liegt etwa eine halbe Stunde Autofahrt von der nordirischen Grenze und der Stadt Derry/Londonderry entfernt. Sie bietet alles, was man als Irland-Tourist so braucht: Eine Hauptstraße mit vielen Geschäften, Pubs und Geldautomaten, etwas außerhalb Einkaufszentren und Supermärkte und eine große (natürlich katholische) Kathedrale.

Die Hauptstraße von Letterkenny
Die Hauptstraße von Letterkenny

Die Kathedrale von Letterkenny

Die Kathedrale von Letterkenny von innen
Die Kathedrale von Letterkenny

Glenveagh National Park

An unserem ersten Tag fuhren wir in den nahegelegenen Glenveagh National Park. Das Besucherzentrum am Ende des Lough Beagh (als „Loughs“ werden in Irland Seen bezeichnet, vergleichbar mit den „Lochs“ in Schottland) hat einen großen Parkplatz und ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderwege — so auch für unsere Wanderung zum Glenveagh Castle.

Ausblick von Besucherzentrum im Glenveagh National Park
Ausblick vom Besucherzentrum im Glenveagh National Park

Wir folgten dem Wanderweg entlang des Ufers bis zum Glenveagh Castle. Unterwegs boten sich immer wieder atemberaubende Ausblicke über den See und die umliegenden Berge. In der Ferne war der Mount Errigal zu sehen, dessen Gipfel sich allerdings an diesem Tag in Wolken hüllte.

Glenveagh National Park

Durch die Wolken kam ab und zu die Sonne zum Vorschein, wodurch das Licht immer wieder auf unterschiedliche Stellen in der Landschaft schien. Das nutzte ich aus, um in den Photos, die ich unterwegs machte, bestimmte Details zu betonen. So scheint in dem Photo unten die Sonne auf die grüne Wiese, die dadurch deutlich heller als die Umgebung ist. Zusammen mit dem Berg am Horizont verleiht es dem Bild Tiefe. Der blaue Streifen am Himmel, der in Richtung Berg zeigt, unterstützt zusätzlich die Komposition.


Glenveagh National Park

Das folgende Photo wirkt aufgrund des Hell-Dunkel-Kontrasts zwischen dem von der Sonne angeschienenen Vordergrund und den dunklen Wolken dramatisch. Für solche Bilder muss man den richtigen Zeitpunkt abwarten. Daher lohnt es sich eigentlich immer, bei einem guten Motiv ein paar Minuten stehen zu bleiben und auf das richtige Licht zu warten.


Nach einer Strecke von ca. 4km erreichten wir schließlich das Schloss, das zwischen 1867 und 1873 von John George Adair, einem reichen Landbesitzer, erbaut wurde. Es diente nie zur Verteidigung, sondern war als Jagdschloss angelegt.

Glenveagh Castle

Nach seinem plötzlichen Tod 1885 übernahm seine Frau das Anwesen, lies es Ausbauen sowie einen von Steinmauern umgebenen, geschützten Garten anlegen. Die Mauern um den Garten schützen ihn vor starkem Wind und so gedeiht hier eine Blumenpracht, die man in Irland sonst nur selten findet.

Glenveagh Castle Gardens

Glenveagh Castle Gardens

Glenveagh Castle Gardens

Durchquert man den Garten, führt ein Weg hinauf zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Schlosses, wo wir natürlich unbedingt hin wollten. Also nichts wie den Berg rauf! Oben angekommen, fegte uns der Wind fast wieder den Berg hinunter. Nach der Wärme im sonnigen und geschützten Schlossgarten waren wir von der Kälte hier oben überrascht. Trotz des rauen Wetters nutzten wir die Gelegenheit für ein Picknick. Die grandiose Aussicht war die Strapazen allemal wert!

Glenveagh Castle Gardens
Blick vom Aussichtspunkt auf Glenveagh Castle
Glenveagh Lough
Aussicht über das Glenveagh Lough

Mount Errigal

Wieder im Auto, fuhren wir weiter Richtung Westküste. Dabei kamen wir direkt am Mount Errigal vorbei und hielten kurz für ein Foto an. Der Errigal ist mit 751m der höchste Berg im County Donegal. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Form ist er schon von Weitem zu erkennen, wenn der Gipfel nicht gerade in den Wolken verschwindet.

Mount Errigal
In den Wolken: Mount Errigal

Keinen Kilometer weiter erreichten wir den nächsten Aussichtspunkt und mussten natürlich noch einmal für ein Photo anhalten. Es war kalt und der Wind blies mir den Nieselregen ins Gesicht. Dennoch wartete ich für das bestmögliche Photo darauf, dass die Sonne doch noch einmal zwischen den Wolken hervorkam. Zum Glück tat mir das wechselhafte irische Wetter den Gefallen und so drückte ich ein paar Minuten später auf den Auslöser.

Dunlewy Lough
Oberhalb von Dunlewy Lough

Auf dem Wild Atlantic Way nach Horn Head

Wir setzten unsere Fahrt Richtung Küste fort und erreichten schon bald den Wild Atlantic Way. Der Wild Atlantic Way ist eine 2.500km lange Küstenstraße, die an der Westküste von Irland entlangführt. Während unseres gesamten Urlaubs sind wir immer wieder Teilstücke der Straße entlanggefahren. Diesmal folgten wir dem Wild Atlantic Way bis nach Horn Head, einer Halbinsel im Nordwesten vom County Donegal. Während die Straße entlang der Küste für irische Verhältnisse gut ausgebaut ist, werden die Straßen nach dem Abzweig Richtung Horn Head immer schmaler, bis sie schließlich nur noch einspurig sind. An diesem Tag war zum Glück wenig Verkehr, sodass uns kein anderes Auto entgegen kam. Als wir am Aussichtspunkt an der äußersten Spitze der Halbinsel ankamen, war zunächst nichts vom Meer zu sehen, so neblig war es. Der Wind wehte so stark, dass man gegen ihn ankämpfen musste, wenn man vorwärts kommen wollte. Nach ein paar Minuten lichtete sich der Nebel etwas und man konnte die Küstenlinie erahnen. Hier, wo die Klippen 180m senkrecht aus dem Meer ragen, stehen auch die Ruinen zweier Beobachtungstürme.

Horn Head

Horn Head

Horn Head

Nach diesem kleinen Abenteuer fuhren wir zurück nach Letterkenny in unser Hotel und ruhten uns den Rest des Tages aus, denn für den nächsten Tag hatten wir ein weiteres Highlight geplant: Ein Besuch der Klippen Sliabh Liag.

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