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  • Schönes Snowdonia

    Schönes Snowdonia

    Über die Grenzen Großbritanniens hinaus ist der Snowdonia National Park in Wales kaum bekannt. Zu Unrecht, wie ich bei einem Kurzurlaub im April feststellen durfte.

    Der Nationalpark ist im Nordwesten von Wales gelegen. Mit seinen 1085m ist der Snowdon der höchste Gipfel im Nationalpark und sogleich der zweithöchste Berg Großbritanniens. Einen Bericht über den Aufstieg auf den Snowdon lesen Sie hier.

    Ausgangspunkt für Wanderungen in Snowdonia: Betwys-y-Coed

    Meine Unterkunft, stilecht ein Bed&Breakfast, bezog ich im Ort Betwys-y-Coed, von dem aus viele Sehenswürdigkeiten im Snowodnia National Park leicht zu erreichen sind. Der Ort selbst liegt in einem Tal, durch das sich bereits ein malerischer Fluss schlängelt.

    Betws-y-Coed in Snowdonia

    Betwys-y-Coed in Snowdonia

    Betwys-y-Coed ist ein typischer Touristenort, was aber nicht nachteilig ist. An der Hauptstraße reihen sich B&B’s und Pubs, außerdem gibt es einen Outdoor-Laden und einen Supermarkt. Nach einer langen Wanderung findet man Abends in einem der Pubs etwas zu Essen.

    Um die Umgebung zu erkunden, empfiehlt es sich, einen Mietwagen zu nehmen. Wer darauf verzichten möchte, kann auch mit der Bahn nach Betwys-y-Coed kommen. In den Snowdonia National Park bringen einen mehrere Buslinien.

    Neben meiner Wanderung auf den Snowdon erkundete ich auch andere Teile des Nationalparks. Schon bei einer Autofahrt möchte man am liebsten überall anhalten und fotografieren – am Llyn Gwynant gab es an der schönsten Stelle zum Glück eine Haltebucht, die ich natürlich unbedingt für ein Foto nutzen musste.

    Llyn Gwynant, Snowdonia, Wales

    Ein wirklicher Insidertipp ist die ehemalige Kupfermine Sygun Copper Mine. Sie ist heutzutage ein Museum und kann gegen ein geringes Eintrittsgeld besichtigt werden. In der Mine erhält man Erläuterungen zur Technik und zum Leben der Bergleute.

    sygun mine Snowdonia

     

    Harlech Castle

    Harlech Castle in Wales

    Nicht mehr ganz im Snowdonia National Park, dafür aber direkt an der Küste gelegen, ist Harlech mit seiner mittelalterlichen Burg. Diese kann man natürlich auch besichtigen. Im Inneren gibt es eine kleine Ausstellung zur turbulenten Geschichte mit einer Auflistung, wann welcher Herrscher die Burg erobert hat. Dabei wird einem dann schnell klar, woher der Autor die Inspiration für Game of Thrones hatte.

    Von der Burgmauer hat man – bei gutem Wetter – einen wunderbaren Blick zurück auf die Berge von Snowdonia.

    Blick Richtung Snowdonia

  • Dem Himmel ein Stück näher

    Dem Himmel ein Stück näher

    Der Mount Snowdon ist der zweithöchste Berg Großbritanniens und der höchste Berg in Wales. Mit 1085m ist er zwar nicht höher als ein typisches deutsches Mittelgebirge, dennoch ist ein Aufstieg eher mit einer Wanderung in den Alpen zu vergleichen. An einem schönen Frühlingstag im April folgte ich dem Miner’s Track zum Gipfel. Schon auf dem Weg zum Ausgangspunkt boten sich beeindruckende Ausblicke auf die karge walisische Landschaft.

    Der untere Teil des Weges ist leicht begehbar und gut befestigt. Er führt an vielen kleinen Seen (Walisisch: Llyn) vorbei und immer wieder gibt es tolle Ausblicke auf die umliegenden Berge.

    Nach einigen Wegbiegungen kann man schon den Mount Snowdon entdecken. Ich habe unheimliches Glück mit dem Wetter: Der Gipfel ist nicht in den Wolken, die Sonne scheint und hier unten im Tal sind die Temperaturen angenehm – optimales Wander- und Fotowetter! Laut meinem Gastgeber im B&B ist das die absolute Ausnahme im sonst so regnerischen Wales.

    Hinter dem nächsten See wird der Weg deutlich anspruchsvoller. Statt sich gemächlich durch die Landschaft zu schlängeln, geht es immer steiler bergauf.

    Die Mühen werden jedoch mit diesem wunderbaren Blick auf das Bergmassiv belohnt.

    Wie man schon sieht, ist der Gipfel zwar schon ganz nah, aber immer noch etliche Höhenmeter entfernt. Das heißt, ob jetzt mehr Klettern als Wandern. Ich brauche schon beide Hände, um mich an den Felsen hochzuziehen und dabei nicht auszurutschen. Der Schnee und der eiskalte Wind machen die Sache nicht einfacher. Vor Beginn meiner Reise hatte ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, im April noch Schnee auf dem Gipfel anzutreffen – man sollte das Wetter in Großbritannien auf keinen Fall unterschätzen. Dennoch wurde die Kletterpartie mit wahnsinnig tollen Ausblicken entlohnt, die für alle Strapazen entschädigt haben.

    Endlich auf dem Gipfel-Grat angekommen, erblicke ich ein paar Möwen. Möwen im Gebirge auf 1000m Höhe? Richtig, denn der Atlantik liegt in Sichtweite.

    Beim Blick zurück kann man gut den Weg hinauf erkennen. Wie eine Ameisenstraße zieht er sich den Berg hoch. Beim Aufstieg konnte man sich tatsächlich wie eine Ameise fühlen, so viele Wanderer waren an diesem schönen Tag unterwegs.

    Nach einigen weiteren rutschigen Metern ist schließlich der Gipfel auf 1085m erreicht – und bietet, mal wieder, einen eindrucksvollen Ausblick über das Land.

    Hier oben fühlt man sich dem Himmel tatsächlich ein Stückchen näher.