Dem Himmel ein Stück näher

Der Mount Snowdon ist der zweithöchste Berg Großbritanniens und der höchste Berg in Wales. Mit 1085m ist er zwar nicht höher als ein typisches deutsches Mittelgebirge, dennoch ist ein Aufstieg eher mit einer Wanderung in den Alpen zu vergleichen. An einem schönen Frühlingstag im April folgte ich dem Miner’s Track zum Gipfel. Schon auf dem Weg zum Ausgangspunkt boten sich beeindruckende Ausblicke auf die karge walisische Landschaft.

Der untere Teil des Weges ist leicht begehbar und gut befestigt. Er führt an vielen kleinen Seen (Walisisch: Llyn) vorbei und immer wieder gibt es tolle Ausblicke auf die umliegenden Berge.

Nach einigen Wegbiegungen kann man schon den Mount Snowdon entdecken. Ich habe unheimliches Glück mit dem Wetter: Der Gipfel ist nicht in den Wolken, die Sonne scheint und hier unten im Tal sind die Temperaturen angenehm – optimales Wander- und Fotowetter! Laut meinem Gastgeber im B&B ist das die absolute Ausnahme im sonst so regnerischen Wales.

Hinter dem nächsten See wird der Weg deutlich anspruchsvoller. Statt sich gemächlich durch die Landschaft zu schlängeln, geht es immer steiler bergauf.

Die Mühen werden jedoch mit diesem wunderbaren Blick auf das Bergmassiv belohnt.

Wie man schon sieht, ist der Gipfel zwar schon ganz nah, aber immer noch etliche Höhenmeter entfernt. Das heißt, ob jetzt mehr Klettern als Wandern. Ich brauche schon beide Hände, um mich an den Felsen hochzuziehen und dabei nicht auszurutschen. Der Schnee und der eiskalte Wind machen die Sache nicht einfacher. Vor Beginn meiner Reise hatte ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, im April noch Schnee auf dem Gipfel anzutreffen – man sollte das Wetter in Großbritannien auf keinen Fall unterschätzen. Dennoch wurde die Kletterpartie mit wahnsinnig tollen Ausblicken entlohnt, die für alle Strapazen entschädigt haben.

Endlich auf dem Gipfel-Grat angekommen, erblicke ich ein paar Möwen. Möwen im Gebirge auf 1000m Höhe? Richtig, denn der Atlantik liegt in Sichtweite.

Beim Blick zurück kann man gut den Weg hinauf erkennen. Wie eine Ameisenstraße zieht er sich den Berg hoch. Beim Aufstieg konnte man sich tatsächlich wie eine Ameise fühlen, so viele Wanderer waren an diesem schönen Tag unterwegs.

Nach einigen weiteren rutschigen Metern ist schließlich der Gipfel auf 1085m erreicht – und bietet, mal wieder, einen eindrucksvollen Ausblick über das Land.

Hier oben fühlt man sich dem Himmel tatsächlich ein Stückchen näher.

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