Norwegen: Fotospots in Romsdalen und Åndalsnes

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In diesem Beitrag stelle ich meine liebsten Fotospots rund um Åndalsnes und das Romsdalen in Norwegen vor. Alle sind leicht zu erreichen, bieten dafür eine grandiose Aussicht und manche stehen in keinem Reiseführer.

Nachdem wir im Jahr 2021 schon einmal in Norwegen waren, zog es uns 2023 wieder zurück, diesmal für länger. Eine Basis auf unserem 3-wöchigen Skandinavien-Roadtrip war in der Nähe von Åndalsnes. Die Region bietet vielfältige Fotospots, von denen ich hier die Highlights vorstelle.

Åndalsnes & Romsdalen

Wer nach Åndalsnes kommt, egal ob mit dem Auto oder mit dem Zug, kommt vermutlich durch das Romsdal. Das tief eingeschnittene Tal ist wildromantisch und man möchte am liebsten nach jeder Kurve anhalten. Hier bieten sich drei Fotopunkte an, die direkt neben der Straße liegen.

Kychillingsbrua

Kychillingsbrua bei nicht so optimalem Mittagslicht und noch ohne Herbstfarben.

Die „Hühnchenbrücke“ führt die Gleise der Romsdalsbahn über den Fluss. Besonders im Herbst funktioniert das Motiv sehr gut, wenn die ganzen Bäume in bunten Farben strahlen. Wir waren Ende September leider etwas zu früh da und es war alles noch recht grün. Der Parkplatz ist direkt neben der Straße bei einem kleinen Supermarkt mit Tankstelle und ausgeschildert. Um zur Brücke zu kommen, muss man die Straße überqueren und einem kleinen Trampelpfad den Hang hinunter folgen. Am Aussichtspunkt selbst gibt es sogar eine Bank zum Verweilen.

Slettafossen

Blick vom Slettafossen in die entgegengesetzte Richtung das Romsdal hinunter. Kurz vorher hatte es aufgehört zu Regnen und die Sonne kam heraus.

Die Hauptattraktion ist eigentlich ein Wasserfall, wobei ich den Blick das Tal hinunter fotografisch interessanter fand. Wir waren hier fast alleine, aber es gibt auch einen Souvinierladen, der Ende September aber schon geschlossen war. Auch dieser Parkplatz ist an der Hauptstraße ausgeschildert.

Trollveggen Besuchszentrum

Die „Trollwand“ ist die Hauptattraktion im Romsdal und wirklich beeindruckend. Sie ragt über 1000m steil von der Talsohle auf. Ein großes Besuchszentrum direkt an der Straße informiert darüber (Ende September bereits geschlossen). Fotografisch ist es schwierig bis unmöglich, die Dimensionen einzufangen, da man praktisch direkt vor der Felswand steht. Ein besserer Aussichtspunkt ist Litlefjellet (siehe weiter unten). Trotzdem hatte ich Glück, dass gerade Nebel von den Felsen aufstieg, sodass mir dieses mystische Foto gelang.

Nescala / Rampestreken

Åndalsnes selbst ist als Stadt nicht besonders sehenswert, bietet aber alles, was man als Urlauber so braucht: Supermärkte, Tankstellen und Outdoor-Läden. Schon interessanter ist die erst neu eröffnete Seilbahn auf den Hausberg Nescala, vor allem bekannt durch die Aussichtsplattform Rampestreken unterhalb des Gipfels. Natürlich kann man den Berg auch zu Fuß erklimmen, braucht dazu aber gute Kondition. Von oben hat man eine Rundumsicht auf die Fjorde und das Romsdal. Hier sollte man unbedingt das Weitwinkel-Objektiv einpacken. Es gibt mehrere ausgeschilderte Wege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Wir entschieden uns für einen relativ kurzen Rundweg, da das Wetter langsam schlechter wurde. Übrigens: Wenn man unbedingt zum Rampestreken möchte, muss man von der Bergstation aus erst einmal wieder absteigen (und hinterher wieder hoch).

Litlefjellet

Die wohl beste Aussicht auf die Trollwand / Trollveggen hat man vom Litlefjellet auf der gegenüberliegenden Talseite. Der Berg ist nicht besonders hoch, aber nach einer Wanderung von ca. 30min vom Parkplatz aus zu erreichen. Der Parkplatz liegt an einer privaten Mautstraße. Es gibt keine Schranke, sondern das Kennzeichen wird erfasst und man bezahlt hinterher online (die Adresse steht auf dem Schild am Anfang der Mautstraße). Dies funktioniert auch mit ausländischen (deutschen) Kennzeichen problemlos. Mit 10-20€ pro Auto muss man hier rechnen. Die Straße selbst wird irgendwann zu einer Schotterpiste, die teilweise Einspurig ist.

Schon bei der Anfahrt zum Parkplatz überragt die mächtige Trollwand alles andere.

Der Parkplatz ist nicht ausgeschildert, aber auch nicht zu verfehlen, da irgendwo im Nichts plötzlich jede Menge Autos stehen. Der Wanderweg geht steil (aber kurz) in Serpentinen eine Felswand hoch. Etwas Schwindelfreiheit sollte man also mitbringen. Oben wird man dafür mit einem phantastischen Ausblick belohnt. Unbedingt das Weitwinkel einpacken, aber auch das Teleobjektiv bietet sich an, um Details der Felswand oder ein Panorama aufzunehmen.

Die Dimension der Trollwand wird erst im Vergleich mit dem Fluss und den Straßen im Tal so richtig greifbar.

Trollstigen

Alles andere als unbekannt und sicher kein Geheimtipp sind die Trollstigen – eine Straße, die sich in vielen Serpentinen den Berg hochschlängelt. Sie liegt an der „Goldenen Route“, die zum Geirangerfjord führt. Dementsprechend viele Touristen, Wohnmobile und Reisebusse sind hier unterwegs. Die Fahrt ist also eher nichts für schwache Nerven. Kurz nach unserem Besuch ereignete sich hier ein Felssturz, weswegen die Straße lange Zeit gesperrt war. Inzwischen ist sie in den Sommermonaten wieder geöffnet. Aktuelle Informationen findest du hier. Wer sich den Aussichtspunkt am oberen Ende der Straße nicht mit Influencern, Insta-Husbands und sonstigen Touristen teilen möchte, sollte möglichst früh kommen. Zu verfehlen ist er nicht (großer Parkplatz, Souvenirshops, Toiletten). Die Aussicht ist es jedoch grandios und es ist nur zu verständlich, dass viele Menschen sie genießen wollen. Hier unbedingt das Weitwinkel-Objektiv einpacken – das Bild ist bei 14mm gemacht!

Abseits der Reisebusse findet man am Fuß der Trollstigen ein Kleinod, an dem wir komplett allein waren. Wir haben an einem etwas größeren, geteerten Parkplatz mit einer Informationstafel nochmal angehalten – eigentlich, um nochmal den Blick zurück zu den Trollstigen zu fotografieren. An der Bergseitigen Einfahrt zum Parkplatz geht ein kleiner, unscheinbarer Trampelpfad in den Wald. Wenig später kommt man an eine Weggabelung, die nach links mit Klovstien ausgeschildert ist und rechtsrum mit Trollstigfoten. Linksrum kommt man zu einer nicht ganz so vertrauenserweckenden Hängebrücke. Fotografisch interessanter ist es rechts herum. Nach wenigen 100 Metern kommt man an einen kleinen Picknickplatz direkt am Fluss, der an dieser Stelle ein paar Stromschnellen hat. Das kristallklare, türkise Gletscherwasser in Kombination mit den Herbstfarben war ein wahres Paradies für Fotografen. Kein Wunder also, dass ich hier mein Lieblingsfoto des ganzen Urlaubs gemacht habe.