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  • Meine liebsten Fotospots im Lake District Nationalpark in England

    Meine liebsten Fotospots im Lake District Nationalpark in England

    Als ich das Auto auf dem Parkplatz am „Theatre by The Lake“ in Keswick abstelle, ist es noch dämmerig. Schnellen Schrittes folge ich dem Weg am Ufer von Derwentwater, einer der bekanntesten Seen im Lake District. Schon Tage zuvor hatte ich mir angesehen, von wo aus ich den Sonnenaufgang hier fotografieren möchte. Von einer kleinen Bucht kurz hinter „Friars Crag“ hat man einen ungestörten Blick über das Wasser bis hin zu Catbells, dem markanten Berg, der sich am anderen Ufer erhebt. Die Wettervorhersage hatte ausnahmsweise einmal recht: Der Himmel ist klar und die Nacht war so kalt, dass sich Nebel über dem noch warmen Wasser gebildet hat. Schon jetzt zur blauen Stunde ergeben sich tolle Motive und ich fange sogleich an, zu fotografieren.

    Das Wasser ist nicht ganz so still wie gehofft, deswegen benutze ich einen ND-Filter, um die Belichtungszeit zu verlängern. So sieht das Wasser auf dem Foto spiegelglatt aus. Nach einer halben Stunde kommt die Sonne über den Horizont. Erste Sonnenstrahlen leuchten die Berge am anderen Ufer an. Jetzt dauert es nicht mehr lange und die Sonne kommt ganz heraus.

    Die letzten Nebelschwaden verschwinden und es wird Zeit, zusammenzupacken. Auf dem Weg zurück zum Auto noch ein letztes Foto. Pünktlich zum Frühstück bin ich zurück an unserer Unterkunft.

    Wer auch solche Sonnenaufgänge erleben möchte, sollte unbedingt den Lake District im Norden Englands besuchen. Beim ersten Besuch sollte man die folgenden Fotolocations auf keinen Fall verpassen!

    Anreise

    Der Lake District liegt im Nord-Westen von England in der Grafschaft Cumbria. Der nächste internationale Flughafen ist in Manchester.

    Mit Bus und Bahn

    Wir sind jedoch nicht geflogen, sondern die gesamte Strecke von Deutschland mit dem Zug gefahren. Dies geht mit dem Eurostar von Brüssel nach London.

    Von London aus fahren von Euston aus die Züge an der Westküste entlang Richtung Norden. Wenn man ganz auf das Auto verzichten möchte, steigt man in „Oxenholme (Lake District)“ um in eine kleine Regionalbahn, die nach Windemere fährt. In Windemere warten direkt am Bahnhof Linienbusse zur Weiterfahrt in den Nationalpark.

    Hier unterscheidet sich der Lake District von vielen anderen ländlichen Regionen in England: Es gibt einen dichten Takt von mehreren Buslinien, die sogar entlegene Winkel erschließen. Viele Startpunkte von Wanderungen können auch bequem mit dem Bus erreicht werden. Den aktuellen Fahrplan und die Fahrpreise findet man beim Betreiber Stagecoach. Wenn man ohne Auto unterwegs ist, bietet es sich an, eine Unterkunft in Ambleside oder Keswick zu nehmen.

    Hier treffen sich mehrere Buslinien, sodass man eine große Auswahl an Zielen ohne Umsteigen erreichen kann. Außerdem haben diese Orte mehrere Pubs, Supermärkte und Outdoorläden – also alles, was man während eines Besuchs brauchen könnte.

    Mit dem Auto

    Wir sind mit dem Zug weiter bis nach Carlisle gefahren und haben dort unseren Mietwagen abgeholt. Gerade, wenn man zu Sonnenaufgang oder -untergang bestimmte Fotospots erreichen möchte, ist man mit dem Auto flexibler. Allerdings ist das Parken im Lake District kein günstiges Vergnügen: Selbst auf abgelegenen Waldparkplätzen steht ein Parkautomat. Die Kosten betragen zum Teil über 4 GBP pro Stunde. Bei einer längeren Wanderung kann das schnell ins Geld gehen.

    Elterwater und Loughrigg Tarn

    Anfahrt mit dem Auto: Von Ambleside aus über die A593 bis Skelwith Bridge, dort vor der Brücke rechts abbiegen. Ein paar Parkplätze gibt es dort an der Straße, die sind aber schnell belegt. Etwas weiter gibt es einen Parkplatz rechts im Wald (gebührenpflichtig).

    Anfahrt mit dem Bus: Von Ambleside mit der Linie 516 bis Skelwith Bridge oder Elterwater.

    Am Fluss Elterwater entlang führt ein gut ausgebauter Wanderweg, der fast eben ist. Startet man in Skelwith Bridge, kommt man zuerst noch am Wasserfall Skelwith Force vorbei.

    Kurz darauf verlässt man den Wald, die Landschaft öffnet sich und der Fluss mäandert durch ein weites Tal. Hier über den Wiesen bildet sich morgens oft Nebel.

    Noch ein Stück weiter kommt man an eine kleine Bucht mit perfektem Blick auf die Langdale Pikes.

    Von jetzt an wandert man durch eine hügelige Wiesenlandschaft, durchzogen von den für den Lake District so typischen Trockensteinmauern, bis man schließlich im Ort Elterwater ankommt.

    Ganz in der Nähe von Skelwith Bridge befindet sich noch der Loughrigg Tarn. In diesem Teil von England werden kleine Seen oder auch Teiche als „Tarn“ bezeichnet. So findet man auch hier einen See eingebettet in eine Postkartenidylle. Man kann den See einmal umrunden oder auf der „Bergseite“ den Aufstieg zum Loughrigg Fell beginnen.

    Von Ambleside nach Keswick

    Loughrigg Fell

    Zwischen Ambleside, Skelwith Bride und Grasmere liegt Loughrigg Fell. Dieser Berg (einer der Wainwrights) ist zwar nicht besonders hoch, bietet aber eine wirklich gute Rundumsicht auf die umliegenden Berge und Seen. Insbesondere der Blick zu den Langdale Pikes sowie hinunter zum Loughrigg Tarn und Elterwater ist inzwischen berühmt.

    Aber auch der Blick Richtung Grasmere ist nicht zu verachten.

    Keswick & Derwentwater

    Keswick ist einer der größten Orte im Lake District und der Ausgangspunkt für viele Touristen. Hier gibt es Pubs, Cafés, Supermärkte und Outdoorläden.

    Fast alle Buslinien durch den Lake District treffen sich hier. Die Stadt liegt direkt am Ufer des Sees Derwentwater, auf dem auch Rundfahrten mit dem Schiff angeboten werden. Am bekanntesten ist der Ausblick vom „Theatre by the Lake“ und „Friars Crag“ (siehe Aufmacher).

    Rund um Buttermere

    Der See Buttermere ist sehr abgelegen und nur über relativ abenteuerliche Straßen zu erreichen. Ungeübte Fahrer nehmen also besser den Bus ab Keswick und genießen die Aussicht aus dem Fenster. Von Buttermere aus starten mehrere Wanderwege auf die umliegenden Berge. Dies ist aber eher etwas für geübte Bergwanderer (mehr Informationen zu den Wanderungen im Lake DIstrict findet man auf der Webseite walklakes.co.uk). Entspannter ist der Rundweg, der einmal um Buttermere herumführt. Wer nur eine Richtung gehen will, steigt einfach am anderen Ende des Sees wieder in den Bus ein und Fährt zurück nach Keswick.

  • Wandern am Loch Lomond

    Wandern am Loch Lomond

    Zum Abschluss meines Urlaubs in Edinburgh wollte ich unbedingt noch einen Ausflug in die schottischen Highlands machen. Am Liebsten wollte ich an das Ufer von einem Loch (der schottischen Bezeichnung für einen See). Da ich dafür nicht extra ein Auto mieten und auch noch links fahren wollte, musste der Ausgangspunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Meine Wahl fiel recht schnell auf Loch Lomond, da er am schnellsten und einfachsten von Edinburgh aus erreichbar ist. Loch Lomond liegt im Norden von Glasgow und ist der flächenmäßig größte Binnensee Großbritanniens. Noch zuhause hatte ich auf der Seite walkinghighlands.co.uk nach einer geeigneten Wanderroute gesucht und mich für die Wanderung von Balmaha zum Conic Hill entschieden, da man von dort aus einen tollen Blick über das Loch haben sollte. Der Weg ist übrigens Teil des West Highland Way von Glasgow nach Fort William.

    Von Edinburgh zum Loch Lomond

    Mein Plan war also, gleich früh morgens aufzubrechen und zunächst mit dem Zug von Edinburgh nach Glasgow zu fahren. Dort musste ich in eine Regionalbahn umsteigen, die mich nach Balloch an das Ufer von Loch Lomond bringen sollte. Von dort aus sollte es mit dem Bus weiter bis nach Balmaha gehen. Soweit der Plan. Doch ein auch in Deutschland bekanntes Phänomen schien mir zunächst einen Strich durch die Rechnung zu machen: Eine Signalstörung legte den Zugverkehr in Edinburgh lahm. Zum Glück war die Störung nach einer halben Stunde behoben und ich konnte doch noch in den Zug nach Glasgow steigen. Die Fahrt bis nach Balloch verlief dann ohne weitere Zwischenfälle. Nach der Ankunft musste ich aufgrund der Verspätung zum Bus sprinten und erwischte ihn gerade noch so. Außer mir war nur ein einziger weiterer Fahrgast eingestiegen. Dieser unterhielt sich mit dem Busfahrer in einer Sprache, die ich nicht verstand. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob es Englisch mit starkem Akzent, Gälisch oder Scots war. Natürlich wurden auch in diesem Bus wieder keine Haltestellen angesagt, doch da ich an der Endhaltestelle aussteigen musste, war das diesmal kein Problem.

    Wanderung zum Conic Hill

    In Balmaha angekommen folgte ich den Schildern des West Highland Way, um auf den richtigen Weg zum Conic Hill zu gelangen. Nach einem kurzen Stück durch den Wald erreichte ich die Baumgrenze. Von da an führte der Weg über offenes Gelände.

    West Highland Way in der Nähe von Balmaha
    West Highland Way in der Nähe von Balmaha

    Als ich losging, schien noch die Sonne und es war recht warm. Doch schon ein paar Minuten später sollte sich das ändern. Kaum war ich auf der ersten Hochebene angekommen, fing es auch schon an zu schütten wie aus Eimern. Zum Glück hatte ich wetterfeste Kleidung an, sodass ich nur von außen nass wurde. Ich ging weiter bis zu dem Aussichtspunkt, der eine tolle Aussicht über Loch Lomond bis zu den Bergen der Highlands bieten sollte und wartete darauf, dass der Schauer vorüberzieht. Sobald der Regen aufgehört hatte, zog ich meine Kamera aus dem Rucksack und begann Photos zu machen. Kurze Zeit später kam auch die Sonne wieder zum Vorschein. Der Ausblick war wirklich atemberaubend!

    Blick über Loch Lomond vom Conic Hill
    Blick über Loch Lomond vom Conic Hill

    Blick über Loch Lomond vom Conic Hill
    Im Hintergrund die schneebedeckten Berge der schottischen Highlands

    Schottische Highlands
    So fern und doch so nah: die Highlands

    Ich folgte dem Weg noch ein Stück weiter und nutzte die Gelegenheit für ein Picknick. Kurz danach sah ich in der Ferne schon den nächsten Schauer aufziehen und ich machte mich auf den Rückweg.

    Ein Schauer zieht auf über Loch Lomond
    Ein Schauer zieht auf über Loch Lomond

    Wieder in Balmaha angekommen, fing es schon wieder an in Strömen zu regnen. Das war das zweite Mal innerhalb von zwei Stunden, in dem ich komplett nass wurde, doch es war mir total egal. Die Wanderung hatte sich definitiv gelohnt!

    Da ich noch etwas Zeit hatte, bis der Bus zurück fuhr, machte ich noch ein paar Photos am Ufer des Sees.

    Nach dem Regen am Ufer in Balmaha

    An der Bushaltestelle traf ich noch eine Einheimische, die mit ihrem Hund spazieren war. Ganz verwundert fragte sie mich, wie ich ohne Auto in diese abgelegene Ecke gekommen sei. In dem Gespräch erzählte sie weiter, dass in der Hauptsaison der kleine Ort total überlaufen sei. Der doch recht große Parkplatz sei dann regelmäßig voll und die Autos würden die schmale Straße zuparken. So verschlafen, wie Balmaha an diesem Tag im März war, konnte ich mir das gar nicht so richtig vorstellen. Schließlich kam der Bus nach Balloch und ich verabschiedete mich.

    Balloch

    Dadurch, dass Balloch so nah an Glasgow liegt und von dort gut zu erreichen ist, hat die Tourismusindustrie hier schon ihre Spuren hinterlassen. Etwas Abseits der Touristenattraktionen gibt es aber noch einen großen Park, der sich entlang des Ufers von Loch Lomond erstreckt. Zu dieser Jahreszeit bot der Park selbst zwar keine schönen Photomotive, aber an einer Biegung des Wegs hatte man noch einen tollen Blick über Loch Lomond und die dahinter aufragenden Berge.

    Von Balloch aus sieht man in der Ferne die majestätischen Berge
    Von Balloch aus sieht man in der Ferne die schneebedeckten Berge

  • Auf Phototour in Edinburgh

    Auf Phototour in Edinburgh

    Anfang März brach ich zu einem Fotografie-Kurztrip nach Schottland auf. Zwei Tage verbrachte ich in der schottische Hauptstadt Edinburgh. Am dritten Tag unternahm ich noch einen Ausflug in die Highlands an das Loch Lomond, bevor es wieder in den Flieger nach Hause ging (doch dazu in einem späteren Beitrag mehr). Die Reise war schon lange ein Traum von mir gewesen und jetzt hatte ich endlich die Zeit und das Geld, ihn zu verwirklichen. Von Edinburgh hatte ich vor Jahren ein Bild gesehen, das den Blick über die Stadt vom Calton Hill aus zeigt. Irgendwie hatte ich mir seit dem in den Kopf gesetzt, genau so ein Bild selber zu machen. Das ist jetzt nicht besonders kreativ, aber ich hatte es mir nun einmal in den Kopf gesetzt. Wie ihr anhand des ersten Bilds oben sehen könnt, ist es mir gelungen.

    Photographisches

    Was die Fotoausrüstung angeht, war ich mit leichtem Gepäck unterwegs. Neben meiner Nikon D7100 hatte ich nur das Tamron 16-300mm sowie das Tokina 11-16mm dabei. Das Reisezoom-Objektiv von Tamron deckt mit dem riesigen Brennweitenbereich fast alle Situationen ab und ist bis auf die Brennweite von 300mm am Tele-Ende scharf. Das Weitwinkel-Objektiv von Tokina kam für ausgewählte Fotos zum Einsatz, wie dem Bild vom Calton Hill sowie für Landschaftsaufnahmen am Loch Lomond.

    Anreise & Unterkunft

    Anfang März ist nicht die typische Reisezeit für Schottland; tatsächlich war es aber keine schlechte Wahl. Das Wetter unterscheidet sich kaum vom typischen März-Wetter in Deutschland. Man kann sowohl hier als auch da Glück oder Pech haben. Da keine Hauptsaison war, hielt sich der Touristenandrang noch in Grenzen. Außerdem war es relativ leicht, einen günstigen Flug (sogar mit Lufthansa) und eine schöne Unterkunft zu finden.

    Das „Lairg Hotel“, wo ich übernachtet habe, ist ein kleines, gemütliches Hotel in direkter Nähe zum Bahnhof Haymarket. Es ist in einem Haus aus viktorianischer Zeit gelegen und trotz der Nähe zum Bahnhof war es immer sehr ruhig.  In 5 Minuten ist man mit der Straßenbahn oder mit dem Bus in der Innenstadt. Auch vom Flughafen ist das Hotel ohne Umsteigen erreichbar. Das Frühstück war sehr schmackhaft, wenn man denn das typische Full English Breakfast zu würdigen weiß. Im Frühstücksrraum bekam ich jeden morgen mit, wie einige deutsche und französische Gäste das warme Essen aus der Küche verschmähten. Im Gegensatz zu denen griff ich dankbar zu und sparte mir so das Mittagessen.

    Edinburgh Nahe Haymarket
    In dieser Straße lag mein Hotel

    Tag 1: Edinburgh bei Nebel

    Am ersten Tag präsentierte sich das Wetter typisch schottisch: Tiefer Nebel hing über der Stadt und es nieselte immer mal wieder. Gleich morgens ging ich auf den Castle Hill. Oben angekommen, konnte man kaum das Schloss sehen. Dennoch waren schon viele Touristen unterwegs. Den horrenden Eintritt für das Edinburgh Castle hab ich mir gespart und bin die Royal Mile heruntergegangen.

    Edinburgh Castle
    Blick zum Edinburgh Castle bei Nebel

    Edinburgh Castle Touristen
    Touristen photographieren sich vor dem Castle

    Die Royale Mile führt durch die mittelalterliche Old Town von Edinburgh. Sie beginnt beim Castle und führt bis zum Holyrood Palace, dem Anwesen der Queen. Sie ist das touristische Zentrum und dementsprechend viele Souvenirläden säumen die Straße.

    Edinburgh Royal Mile
    Die Royal Mail auf der Royal Mile

    Edinburgh Royal Mile
    Am Ende der Welt

    Am Ende der Royal Mile liegt die Ausstellung „Our Dynamic Earth“, der ich einen Besuch abstattete. Wobei Ausstellung eigentlich das falsche Wort ist, der Besuch ist ein richtiges Erlebnis. In der Ausstellung wird die Entstehung der Erde thematisiert. Sie beginnt mit einer Zeitreise zum Urknall und endet mit dem Leben auf der Erde, wie wir es heute kennen.

    Anschließend ging ich trotz des miesen Wetters zum Calton Hill hoch, wo man erwartungsgemäß nichts von der Stadt gesehen hat, außer Nebel. Dennoch waren einige Touristen dort unterwegs (mich selbst ja eingeschlossen) und taten das, was Touristen heutzutage so tun… sie fotografierten sich selbst.

    Edinburgh Calton Hill Nelson Monument
    Touristen photographieren sich vor dem Nelson Monument

    Um mich etwas aufzuwärmen, ging danach ich in die Scottish National Gallery. Hier hängen neben Bildern bekannter Künstler wie Monet und Rembrandt auch viele Gemälde schottischer Maler. Die laut Bewertungen im Internet so tollen Toiletten waren zwar gut und sauber, aber nicht umwerfend. Ein Besuch, sei es wegen der Gemälde oder der Toiletten, schadet dennoch nicht, denn der Eintritt ist kostenfrei.

    Edinburgh Scottish National Gallery
    Scottish National Gallery am Abend

    Als das Wetter ein bisschen besser wurde, war ich noch auf dem Grassmarket, dem mittelalterlichen Marktplatz von Edinburgh. Heute findet man dort viele Pubs und kleine Läden. Da dort früher auch die Hinrichtungen stattfanden, gibt es dort einen Pub, der passenderweise „The Last Drop“ heißt.

    Edinburgh Grassmarket The Last Drop
    The Last Drop am Grassmarket

    Abends ging ich noch die von den vielen Geschäften erleuchtete Princess Street entlang, bevor ich erschöpft ins Bett fiel.

    Edinburgh Princess Street
    Die Princess Street am Abend

    Tag 2: Sonne über Edinburgh

    Am zweiten Tag war das Wetter deutlich freundlicher. Die Sonne schien meistens und es gab nur gelegentlich kurze Schauer. Die sonnige Zeit nutzte ich, um diesmal den Blick vom Calton Hill über die Stadt zu genießen.

    Edinburgh Calton Hill
    Blick auf Edinburgh Castle vom Calton Hill

    Danach ging es hinauf zu Arthur’s Seat, dem höchsten Berg im Stadtgebiet. Er liegt innerhalb des Holyrood Parks und ist eigentlich ein erloschener Vulkan. Woher der Name stammt, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei klären. Die wahrscheinlichste Theorie besagt, dass die Engländer mal wieder etwas falsch verstanden haben, als sie in Schottland einfielen. Jedenfalls gibt es keinen Arthur, der dort oben einmal gesessen hat.

    Edinburgh Calton Hill Blick zum Arthurs Seat
    Blick zum Arthur’s Seat (im Hintergrund)

    Es gibt mehrere Wege zum Gipfel, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben. Ich habe ausgerechnet den schwierigsten Weg genommen, der über steile Treppen und nahe des Abgrunds zum Gipfel führt. Da der Weg vom Regen noch matschig war, war das ganze ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Auch wenn es „nur“ ein Berg innerhalb der Stadt ist, sollte man den Anstieg keinesfalls unterschätzen.

    Edinburgh Arthurs Seat
    Während des Aufstiegs

    Oben auf dem Gipfel angekommen, wurden die Mühen jedoch mit einer tollen Aussicht über die ganze Stadt bis hin zu den Highlands belohnt.

    Edinburgh Arthurs Seat
    Aussicht vom Arthur’s Seat

    Edinburgh Arthur's Seat Highlands
    Am Horizont die Highlands, im Vordergrund Ikea

    Nach der Kletterpartie nahm ich den leichten Weg zurück in die Stadt und fuhr mit dem Bus zum Botanischen Garten.  Dazu muss man sagen, dass in Großbritannien generell keine Haltestationen in Bussen angesagt werden. Als Ortsunkundiger muss man also die Haltestellen mitzählen und rechtzeitig „Stopp“ drücken. Blöderweise hält der Bus auch nicht an allen Haltestellen, sondern eben nur bei Bedarf. Wenn man also eine Haltestelle verpasst, funktioniert auch die Mitzähl-Methode nicht mehr. Mehr durch Glück habe ich es aber tatsächlich geschafft, an der richtigen Haltestellen für den „Royal Botanic Garden Edinburgh“ auszusteigen.  Der Garten selbst ist riesig und wunderschön angelegt. Sogar Anfang März blühten schon einige Rhododendron-Büsche, importiert aus dem Himalaya.

    Rhododendron Royal Botanic Garden Edinburgh
    Rhododendron im Royal Botanic Garden

    Besonders bewundernswert fand ich den Steingarten, durch den sich ein malerischer Wasserlauf schlängelte. Es gab dort viele verschlungene Wege, kleine Wasserfälle und in dem Bach spiegelte sich der weiß-blaue Himmel. Einfach wunderbar!

    Royal Botanic Garden Edinburgh
    Der Steingarten mit Wasserlauf

    Vom Botanischen Garten aus ging ich zurück Richtung Hotel. Das Water of Leith ist der Fluss, der durch Edinburgh fließt und am gleichnamigen Hafen in die Nordsee mündet. Auf großen Teilen kann man entlang des Flusses auf dem Water of Leith Walkway wandern. Auf dem Weg kam ich am Dean Village vorbei. In diesem Stadtviertel standen früher Getreidemühlen, die durch den Fluss angetrieben wurden. Heute ist es ein beliebtes Viertel mit pittoresken Häusern, die direkt an den Fluss gebaut sind.

    Edinburgh Dean Village

    Von dort aus war es nicht mehr weit zurück zu meinem Hotel, wo ich erstmal eine Pause einlegte. Gegen Abend brach ich dann noch einmal auf um den Sonnenuntergang vom Calton Hill aus zu fotografieren. Dabei kam ich an den Princess Street Gardens vorbei. Dieser Park in der Mitte von Edinburgh liegt direkt unterhalb des Edinburgh Castle. Das Abendlicht tauchte den Park sowie das Schloss in goldenes, warmes Sonnenlicht und ich konnte nicht anders, als noch ein paar Fotos zu machen.

    Edinburgh Princess Street Gardens Sunset
    Princess Street Gardens im Abendlicht

    Edinburgh Castle Sunset
    Das Edinburgh Castle wird von der untergehenden Sonne angeschienen.

    Als ich an einer roten Ampel warten musste, fiel mir auf, dass die Sonne gerade exakt durch das Scott Monument hindurchschien. Das Scott Monument, zu Ehren des schottischen Nationalschriftstellers Sir Walter Scott, ist das größte Denkmal weltweit, dass für einen Schriftsteller erbaut wurde.

    Edinburgh Scott Monument
    Scott Monument

    Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang war ich oben auf dem Calton Hill. Offensichtlich war ich jedoch nicht der einzige, der an diesem Tag die Idee hatte. Der Berg war von Photographen regelrecht belagert.

    Edinburgh Calton Hill Sunset
    Viel Betrieb auf dem Calton Hill bei Sonnenuntergang

    Zum Glück gingen viele, nachdem die Sonne hinter dem Horizont versunken war. Wenig später färbten sich die Wolken orange-rosa und ich konnte mein Traumbild von Edinburgh machen.

    Edinburgh Calton Hill Sunset Sonnenuntergang
    Mein Traumbild: Sonnenuntergang in Edinburgh

    Edinburgh Calton Hill Sunset
    Nach dem Sonnenuntergang

    Erschöpft ging ich danach zurück ins Hotel, denn schließlich warteten am nächsten Tag die Highlands auf mich. Doch dazu mehr im nächsten Blogbeitrag.

     

  • Schönes Snowdonia

    Schönes Snowdonia

    Über die Grenzen Großbritanniens hinaus ist der Snowdonia National Park in Wales kaum bekannt. Zu Unrecht, wie ich bei einem Kurzurlaub im April feststellen durfte.

    Der Nationalpark ist im Nordwesten von Wales gelegen. Mit seinen 1085m ist der Snowdon der höchste Gipfel im Nationalpark und sogleich der zweithöchste Berg Großbritanniens. Einen Bericht über den Aufstieg auf den Snowdon lesen Sie hier.

    Ausgangspunkt für Wanderungen in Snowdonia: Betwys-y-Coed

    Meine Unterkunft, stilecht ein Bed&Breakfast, bezog ich im Ort Betwys-y-Coed, von dem aus viele Sehenswürdigkeiten im Snowodnia National Park leicht zu erreichen sind. Der Ort selbst liegt in einem Tal, durch das sich bereits ein malerischer Fluss schlängelt.

    Betws-y-Coed in Snowdonia

    Betwys-y-Coed in Snowdonia

    Betwys-y-Coed ist ein typischer Touristenort, was aber nicht nachteilig ist. An der Hauptstraße reihen sich B&B’s und Pubs, außerdem gibt es einen Outdoor-Laden und einen Supermarkt. Nach einer langen Wanderung findet man Abends in einem der Pubs etwas zu Essen.

    Um die Umgebung zu erkunden, empfiehlt es sich, einen Mietwagen zu nehmen. Wer darauf verzichten möchte, kann auch mit der Bahn nach Betwys-y-Coed kommen. In den Snowdonia National Park bringen einen mehrere Buslinien.

    Neben meiner Wanderung auf den Snowdon erkundete ich auch andere Teile des Nationalparks. Schon bei einer Autofahrt möchte man am liebsten überall anhalten und fotografieren – am Llyn Gwynant gab es an der schönsten Stelle zum Glück eine Haltebucht, die ich natürlich unbedingt für ein Foto nutzen musste.

    Llyn Gwynant, Snowdonia, Wales

    Ein wirklicher Insidertipp ist die ehemalige Kupfermine Sygun Copper Mine. Sie ist heutzutage ein Museum und kann gegen ein geringes Eintrittsgeld besichtigt werden. In der Mine erhält man Erläuterungen zur Technik und zum Leben der Bergleute.

    sygun mine Snowdonia

     

    Harlech Castle

    Harlech Castle in Wales

    Nicht mehr ganz im Snowdonia National Park, dafür aber direkt an der Küste gelegen, ist Harlech mit seiner mittelalterlichen Burg. Diese kann man natürlich auch besichtigen. Im Inneren gibt es eine kleine Ausstellung zur turbulenten Geschichte mit einer Auflistung, wann welcher Herrscher die Burg erobert hat. Dabei wird einem dann schnell klar, woher der Autor die Inspiration für Game of Thrones hatte.

    Von der Burgmauer hat man – bei gutem Wetter – einen wunderbaren Blick zurück auf die Berge von Snowdonia.

    Blick Richtung Snowdonia

  • Dem Himmel ein Stück näher

    Dem Himmel ein Stück näher

    Der Mount Snowdon ist der zweithöchste Berg Großbritanniens und der höchste Berg in Wales. Mit 1085m ist er zwar nicht höher als ein typisches deutsches Mittelgebirge, dennoch ist ein Aufstieg eher mit einer Wanderung in den Alpen zu vergleichen. An einem schönen Frühlingstag im April folgte ich dem Miner’s Track zum Gipfel. Schon auf dem Weg zum Ausgangspunkt boten sich beeindruckende Ausblicke auf die karge walisische Landschaft.

    Der untere Teil des Weges ist leicht begehbar und gut befestigt. Er führt an vielen kleinen Seen (Walisisch: Llyn) vorbei und immer wieder gibt es tolle Ausblicke auf die umliegenden Berge.

    Nach einigen Wegbiegungen kann man schon den Mount Snowdon entdecken. Ich habe unheimliches Glück mit dem Wetter: Der Gipfel ist nicht in den Wolken, die Sonne scheint und hier unten im Tal sind die Temperaturen angenehm – optimales Wander- und Fotowetter! Laut meinem Gastgeber im B&B ist das die absolute Ausnahme im sonst so regnerischen Wales.

    Hinter dem nächsten See wird der Weg deutlich anspruchsvoller. Statt sich gemächlich durch die Landschaft zu schlängeln, geht es immer steiler bergauf.

    Die Mühen werden jedoch mit diesem wunderbaren Blick auf das Bergmassiv belohnt.

    Wie man schon sieht, ist der Gipfel zwar schon ganz nah, aber immer noch etliche Höhenmeter entfernt. Das heißt, ob jetzt mehr Klettern als Wandern. Ich brauche schon beide Hände, um mich an den Felsen hochzuziehen und dabei nicht auszurutschen. Der Schnee und der eiskalte Wind machen die Sache nicht einfacher. Vor Beginn meiner Reise hatte ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, im April noch Schnee auf dem Gipfel anzutreffen – man sollte das Wetter in Großbritannien auf keinen Fall unterschätzen. Dennoch wurde die Kletterpartie mit wahnsinnig tollen Ausblicken entlohnt, die für alle Strapazen entschädigt haben.

    Endlich auf dem Gipfel-Grat angekommen, erblicke ich ein paar Möwen. Möwen im Gebirge auf 1000m Höhe? Richtig, denn der Atlantik liegt in Sichtweite.

    Beim Blick zurück kann man gut den Weg hinauf erkennen. Wie eine Ameisenstraße zieht er sich den Berg hoch. Beim Aufstieg konnte man sich tatsächlich wie eine Ameise fühlen, so viele Wanderer waren an diesem schönen Tag unterwegs.

    Nach einigen weiteren rutschigen Metern ist schließlich der Gipfel auf 1085m erreicht – und bietet, mal wieder, einen eindrucksvollen Ausblick über das Land.

    Hier oben fühlt man sich dem Himmel tatsächlich ein Stückchen näher.