Auf dem Wanderweg „Saale-Horizontale“ kann man bequem rund um Jena und das Saaletal wandern und die Aussicht genießen. Auf insgesamt knapp 100km Strecke kommt man an vielen Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkten vorbei. Hier möchte ich nach und nach meine liebsten Etappen vorstellen. Den Anfang macht das Strecke durch das Rautal im Norden von Jena bis zum Napoleonstein.
Der Weg durch das Rautal hat zu jeder Jahreszeit seine Besonderheiten. In dem tief eingeschnittenen Tal kommt im Winter die Sonne nur für kurze Zeit bis auf den Waldboden. An einem klaren Wintermorgen ist sie von hier aus nur direkt nach Sonnenaufgang zu sehen. Dafür taucht sie das Rautal in ein ganz besonderes Licht.
Dieselbe Szene an einem nebligen Frühlingsmorgen vermittelt dagegen ein ganz anderes Gefühl.
Der Bach durch das Tal führt übrigens nur nach starken Niederschlägen Wasser. Meistens ist das Flussbett daher ausgetrocknet.
Folgt man dem Weg weiter den Berg hinauf, trifft man im Februar kurz vor Closewitz auf die Winterlinge. Die kleinen gelben Blüten sind oft schon Mitte Februar zu sehen, sobald die Schneeschmelze einsetzt.
Sie bedecken ein großes Areal unterhalb von Closewitz, breiten sich aber auch immer weiter aus. Jedes Jahr zur Winterlingblüte zieht es viele Menschen in das Rautal. Hier lohnt es sich, früh aufzustehen, wenn man die Winterlinge in Ruhe fotografieren möchte.
Lässt man die Winterlinge hinter sich, trifft man auf das kleine Dorf Closewitz. Hier führt die Saale-Horizontale durch den Naturkundehain. Auf Schildern werden hier die verschiedenen Pflanzen und ihre Blütezeit erklärt. Insbesondere im Frühling und Herbst lohnt sich der Besuch hier. Zuerst kann man die Märzenbecher kurz nach den Winterlingen bewundern. Im April folgen dann die Waldanemonen (auch Buschwindröschen genannt).
An einem nebligen Herbsttag hat der Naturkundehain hingegen etwas sehr mystisches.
Die Saale-Horizontale lässt nun den Hain hinter sich und führt auf die fast baumlose Hochebene, die zum Napoleonstein hinüber führt. Hier war früher ein Truppenübungsplatz, der renaturiert wurde. Dieser Berg macht seinem Namen „Windknollen“ alle Ehre. Oft ist es sehr windig hier, was aber gerade an warmen Sommerabenden für eine willkommene Abkühlung sorgt.
Weiter vorne, wo das Hochplateau zum Saaletal hin abfällt, eröffnet sich einem ein Panorama: Von der Kunitzburg, über den Jenzig bis zum Fuchsturm kann man von hier aus alle bekannten Landmarken sehen. Die Innenstadt Jenas (inklusive „Keksrolle“) versteckt sich jedoch vor dem Wanderer.
Ein besonderer Morgen wird mir hier immer in Erinnerung bleiben. An einem Wochenende im November war für den nächsten morgen Nebel vorhergesagt. Mit dem Auto fuhr ich nach Closewitz (um Zeit zu sparen, außerdem macht Wandern im Dunklen nicht allzuviel Spaß) und ging kurz vor Sonnenaufgang über die Hochebene. Die Bedingungen waren perfekt: Das ganze Tal war mit Nebel gefüllt und oben drüber war klarer Himmel. Als die Sonne langsam über den Horizont kam, brachte sie den Nebel zum Leuchten, der in diesem Moment am Jenzig hinaufstieg. Mit einem Teleobjektiv und sehr langer Brennweite gelang mir dann diese Aufnahme.
Von hier aus ist es nur noch ein kurzes Stück, bis man den Napoleonstein schon sehen kann. Von dort aus kann man der Saale-Horizontalen entweder noch weiter bis ins Mühltal folgen oder über den Landgrafen in die Innenstadt Jenas absteigen.
Deutschland ist zu großen Teilen von Wald bedeckt. Das nächste kleine Waldstück ist meist nicht weit entfernt – ob es in einem Park, im Stadtwald oder in einem der Nationalparks liegt, ist dabei nicht wichtig. Ansprechende Photos im Wald zu machen kann erstmal schwierig sein. Mit diesen Tipps kannst du deine Waldphotographie schnell verbessern.
1. Nebel oder Regen ist perfekt für gute Photos im Wald
Ob Nebel, Regen oder tiefhängende Wolken – schlechtes Wetter ist perfekt um Photos im Wald zu machen. Das Problem bei strahlendem Sonnenschein ist der hohe Kontrastumfang. Der dunkle Wald und sehr helle Spitzenlichter im Himmel – das bekommt kein Kamerasensor auf ein Bild. Bei einem aus einer Belichtungsreihe zusammengesetzten HDR-Bild hat man oft das Problem, dass sich Blätter zwischen den Aufnahmen bewegt haben. Selbst die Blätter, auf die Sonnenlicht fällt, sind meist so hell, dass sie überbelichtet werden und dann die Farbinformationen verlieren. Bei Nebel oder Wolken ist das Licht hingegen deutlich sanfter und das Bild wirkt hinterher harmonischer. Insbesondere bei Nebel macht das Fotografieren im Wald viel Spaß, da der Nebel außerdem hilft, die weiter entfernten Bäume zu separieren. Das Bild gewinnt so Tiefe und das „Chaos“ von vielen Ästen im Wald verschwindet im Nebel. Kommt dann noch die Sonne durch den Nebel, kann sogar das Licht selbst zum Motiv werden. Durch den Nebel brechende Sonnenstrahlen können auch einen gewöhnlichen Wald außergewöhnlich aussehen lassen.
Hier waren die Bedingungen ideal: Die Morgensonne brach durch den Nebel und durchflutete den Wald mit Licht. Durch den Nebel ist der Himmel nicht störend, sondern wichtiger Teil der Bildkomposition.Manchmal kann auch der Nebel selbst das Motiv sein, wie in diesem Fall. Das Bild funktioniert durch den Kontrast zwischen dem warm angeleuchtetem Nebel und den dunklen, fast blauen Tannen.
2. Die optimale Brennweite
Verabschieden sollte man sich von der Vorstellung, das immer der ganze Baum aufs Bild muss. Das würde ein Weitwinkel-Objektiv benötigen, wodurch man zuviel Himmel ins Bild einschließen würde, was allerhand Probleme verursacht (siehe unten). Daher eignen sich mittlere Brennweiten von 24-80mm an einer Vollformatkamera (etwa 16-50mm an APS-C) am besten. Sie erlauben es, den Bildausschnitt etwas enger zu wählen, um störende Äste und Bäume auszuschließen (siehe nächster Tipp).
In diesem Fall habe ich mit einer relativ langen Brennweite (92mm) gearbeitet. Dadurch treten die Bäume im Vordergrund stärker hervor und durch den Nebel wird der Hintergrund stärker separiert, was hilft, das Chaos im Wald ein wenig zu sortieren. Der Himmel ist in diesem Bild nicht zu sehen.
3. Kleine Bewegungen verändern die Bildkomposition
Ein Wald wirkt meist sehr chaotisch. Viele Bäume und Äste ragen von allen Seiten in das Bild hinein. Wichtig ist es, sich vor der Aufnahme klar zu machen, was das eigentliche Motiv sein soll. Das kann ein besonders aussehender Baum sein, Blätter, die vom Sonnenlicht angestrahlt werden – eigentlich alles, was das Auge des Betrachters anzieht. Danach sollte man alles, was das Hauptmotiv stört, aus dem Bild ausschließen. Schon kleine Bewegungen der Kamera nach links, rechts, oben oder unten können die Komposition stark verändern. So kann man z.B. Äste ausschließen, die von der Seite störend in das Bild hineinragen. Baumstämme, die nur teilweise im Bild und halb abgeschnitten sind, können ebenfalls störend wirken. Fällt einem das erst später auf, wenn man die Bilder am großen Monitor betrachtet, so hat man noch zwei Möglichkeiten. Entweder man beschneidet das Bild mit dem Crop- oder Zuschneiden-Tool, oder man bemüht Photoshop mit Content-Aware-Fill, um die Störenfriede nachträglich aus dem Bild zu verbannen.
Bei diesem Photo war es wichtig, die Position richtig zu wählen. Bei fast allen Bildern ragte von einer Seite ein störender Ast ins Bild, nur auf diesem Bild habe ich ihn draußen gehalten. Zusätzlich war es nötig, das Photo oben ein bisschen zu croppen um andere Äste zu beseitigen, die ich als störend empfand.
4. Die Jahreszeiten nutzen
Kaum eine Landschaft verändert sich im Laufe des Jahres mehr als der Wald. Von den Bodendeckern im Frühjahr, über das frühlingshafte Grün im April und Mai, bis zum bunten Herbst mit Nebelschwaden und verschneiten oder mit Raureif bedeckten Tannen im Winter bietet der Wald zu jeder Jahreszeit ansprechende Motive.
Dieselbe Szene, einmal im Frühling (Mai), einmal im Herbst (Oktober).Auch den Sommer sollte man bei der Waldphotographie nicht außen vorlassen. Oft ergeben sich überraschende Motive, wie hier kurz nach einem warmen Sommerregen.
5. Wege als führende Linien in das Bild integrieren
Der Weg führt den Betrachter in das Bild hinein. Der Nebel hilft zusätzlich, dem Photo Tiefe zu verleihen.
Um Tiefe und damit einen „3D-Look“ im Bild zu erzeugen, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Nebel ist dabei sehr hilfreich (siehe Tipp 1), aber auch Seitenlicht, dass Texturen hervorhebt. Eine andere Möglichkeit sind so genannte „führende Linien“, die den Betrachter in das Bild hineinziehen. Insbesondere Waldwege bieten sich dafür an, da sie oft nicht geteert sind und sich gut in die Landschaft integrieren. Idealerweise platziert man den Anfang des Weges in einer der unteren Ecken des Bilds und lässt ihn diagonal in die Bildmitte verlaufen. Das Auge des Betrachters wird so durch das Bild geführt und sollte am Ende beim Hauptmotiv hängen bleiben. Dabei ist noch beachten, dass Bereiche im Bild, die besonders hell sind und einen hohen Kontrast aufweisen, dem Betrachter besonders ins Auge fallen.
Auch hier führt den Weg den Betrachter ins Bild und zum hellsten Punkt, einem Stück Himmel, dass ich nicht aus dem Bild ausschließen konnte. Durch das Licht, was schräg von vorne kommt, erhalten die Blätter an den Bäumen und auf dem Weg Struktur und das Bild damit Tiefe.
6. Den Himmel weglassen
Der Himmel ist, insbesondere an einem sonnigen Tag, sehr viel heller als die Umgebung im Wald. Dies erzeugt allerlei Probleme. Der Dynamikumfang ist größer als der der meisten Kameras und der Betrachter guckt automatisch zuerst auf die hellsten Stellen im Bild. Der Himmel lenkt daher meistens vom eigentlichen Hauptmotiv ab und zieht sich als helle Linie quer durch das Bild. Vor Ort fällt einem das gar nicht so auf, da das menschliche Auge sehr gut darin ist, sich an den Kontrastumfang anzupassen. Umso störender fällt es einem hinter auf, wenn man die Bilder auf einem großen Monitor betrachtet. Nebel, Regen oder bedecktes Wetter helfen, diesen Effekt abzumildern. Man vermeidet alle diese Probleme, wenn man den Himmel gar nicht erst im Bild hat. Dazu photographiert man am Besten von einer Anhöhe oder einem Hügel hinunter ins Tal. Dadurch kann man trotzdem noch weit in den Wald hineinsehen, aber den Himmel außen vor lassen. Längere Brennweiten von 50mm oder mehr helfen dabei ebenfalls.
Dieses Bild entstand am frühen Nachmittag, mit der Sonne hoch am Himmel. Eigentlich keine guten Bedingungen für Waldphotos. Dadurch, dass die Sonne aber nur einen Teil der Bäume beleuchtet und es mir gelang, den Himmel vollständig aus dem Bild herauszuhalten, funktioniert es hier aber trotzdem.
7. Einen Polarisationsfilter (CPL) benutzen
Viele Filter, die früher in der Photographie unabdingbar waren, können heute einfach durch entsprechende Nachbearbeitung in Lightroom oder ähnlichen Programmen ersetzt werden. Ein zirkularer Polarisationsfilter (oft abgekürzt als CPL) ist aber nicht zu ersetzen. Ohne hier jetzt auf die physikalischen Hintergründe einzugehen, hilft er, reflektiertes Licht von Objekten wie z.B. nassen Blättern auszublenden. Dazu schraubt man den Filter vorne auf das Objektiv und während man durch den Sucher schaut, dreht man so lange am Filter bis der Glanz von den Blätter verschwunden ist. In dieser Einstellung schluckt der Filter ca. die Hälfte des Lichts, weshalb sich die Belichtungszeit bei sonst gleichen Einstellungen verdoppelt. Gleichzeit führt der reduzierte Glanz zu einer sichtbaren Steigerung der Farbsättigung, was natürlich insbesondere im Herbst oft ein gewünschter Effekt ist.
Bei diesem Motive war der Polarisationsfilter besonders wichtig. Nicht nur hat er den Glanz von den Blättern und Steinen am Boden genommen, sondern auch die Reflektionen vom Wasser. Gleichzeitig wurde auch die Belichtungszeit so lang, dass ich auf den Einsatz von einem Neutraldichtefilter (ND-Filter) verzichten konnte.
Der Nationalpark Hainich ist einer der letzten Urwälder Deutschlands. Sein Gebiet erstreckt sich im Westen von Thüringen von Eisenach bis Mühlhausen. Das touristische Highlight ist der Baumkronenpfad, auf dem man zwischen den Baumwipfeln spazieren gehen kann. Aber es lohnt sich, insbesondere auch abseits dieser Hauptattraktion den Wald auf den vielen Wanderwegen zu erkunden. Zwei Jahreszeiten lohnen sich besonders: Der Frühling, wenn die ganzen Frühblüher, wie hier z.B. der Bärlauch, den Waldboden in ein Blütenmeer verwandeln und der Herbst, wenn das Laub der Buchen in allen Gelb- und Orangetönen leuchtet. Auf der Webseite des Nationalparks gibt es eine gute Übersicht über Wanderwege und Parkmöglichkeiten.
Im April blüht der Bärlauch im Nationalpark Hainich und bedeckt den Waldboden in einem weißen Blütenmeer.Viele gut ausgebaute Wanderwege durchziehen den Nationalpark Hainich.Neben dem Frühjahr ist der Herbst die schönste Zeit für einen Besuch.Der Baumkronenpfad ist das touristische Highlight im Nationalpark. Es lohnt sich aber auch, die anderen Wanderwege etwas abseits zu erkunden.
Drei Gleichen
Die drei Burgen sind von der Autobahn A4 nicht zu übersehen, wenn man von Erfurt in Richtung Eisenach fährt. Den Namen haben sie, da der Legende nach in alle drei gleichzeitig der Blitz eingeschlagen haben soll. An jeder der drei Burgen gibt es in der Nähe einen Parkplatz (Burg Gleichen: Freudenthal, Mühlburg: im gleichnamigen Ort, Wachsenburg: am Ortsrand von Holzhausen). Ein Rundwanderweg verbindet alle Burgen miteinander, erfordert mit ca. 20 Kilometern Länge aber schon ein wenig Kondition. Bewirtschaftung gibt es nur auf der Wachsenburg. Die Burg Gleichen und die Wachsenburg kosten Eintritt (2-4€) und haben bestimmte Öffnungszeiten. Die Mühlburg ist frei zugänglich. Den besten Blick auf die Wachsenburg hat man am Wachsenburgblick auf dem Weg von der Wachsenburg zur Mühlburg.
Die Wachsenburg im Abendlicht.Die Mühlburg liegt versteckt im Wald.
Buchfart
Buchfart ist ein idyllisches Kleinod in der Nähe von Weimar. Das Wahrzeichen des Ortes ist die Holzbrücke über die Ilm aus dem 19. Jahrhundert. Auch die Wassermühle nebenan steht unter Denkmalschutz. In Buchfart starten viele Wanderwege, z.B. zur Balsamine (eine Gaststätte im Wald oberhalb des Ortes) und zum Paulinenturm. Der Ilm-Radweg verläuft durch Buchfart. Die Felsenburg im Steilhang oberhalb der Ilm ist leider nicht zugänglich. Am besten kann man sie vom Ilm-Radweg aus im Winter sehen, wenn die Bäume kein Laub tragen.
Die Holzbrücke über die Ilm in BuchfartDenkmalgeschützte Wassermühle im Ortskern von BuchfartIm Frühling ist der Weg entlang der Ilm besonders zu empfehlen.
Jena, die thüringische Studentenstadt im Saaletal, ist umgeben von Wäldern und Wiesen. Selbst aus dem Stadtzentrum braucht man zu Fuß keine halbe Stunde bis ins Grüne. Über hundert Kilometer ausgeschilderte Wanderwege um Jena herum, insbesondere die Saale-Horizontale, laden zu ausgiebigen Wanderungen ein. Seit mehreren Jahren lebe ich nun in dieser schönen Stadt und habe in der Zeit die Umgebung ausführlich erkundet. In diesem Beitrag möchte ich euch nun die schönsten Plätze für Landschaftsfotos vorstellen, die ich dabei gefunden habe. Natürlich kann man auch ohne Kamera einfach die Natur und die Aussicht auf die Stadt und das Saaletal genießen. Die Liste ist lange nicht vollständig und jeder, der selber auf Erkundungstour geht, wird seine eigenen Lieblingsplätze finden. Ich habe mich bei dieser Liste darauf beschränkt, nur Orte aufzunehmen, die entweder gut zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen sind.
Jenzig
Der Sonnenuntergang über Jena, fotografiert von der Lichtung auf der Nordwestseite des JenzigBlick über den Jenzig in Richtung Jena
Der wohl bekannteste der Jenaer Berge und eines der sieben Wunder Jenas. Im Osten der Stadt gelegen, gelangt man auf einem bequemen Weg in Serpentinen bis ganz nach oben. Auf dem Berg gibt es eine Gaststätte, in der man sich stärken kann, falls einem der Aufstieg doch zu schaffen gemacht hat. Von oben hat man einen wunderbaren Blick auf die Kernstadt, Jena-Ost, den Fuchsturm und das nördliche Saaletal. Wer den Sonnenuntergang über der Stadt beobachten möchte, ist hier genau richtig.
Beste Jahres-/Tageszeit: Im Frühling und im Herbst geht die Sonne von hier aus gesehen direkt über der Stadt unter. Die Mühen des Aufstiegs werden zu jeder Jahreszeit mit einem tollen Blick über die Stadt belohnt.
Anfahrt: Straßenbahn Linie 2 bis Haltestelle Jenzigweg. Von da aus der Beschilderung zum Jenzig (Südweg) folgen (etwa 30min).
Der Landgrafen & Napoleonstein
Kurz vor Sonnenaufgang am Landgrafen, aufgenommen im Februar.Sonnenaufgang am Napoleonstein. Die Sonne kommt gerade über den Horizont.Morgenstimmung am Napoleonstein.
Der silberne ehemalige Fernsehturm ist der markante Orientierungspunkt auf dem Landgrafen. Heute wird er als Aussichtsturm genutzt und kann an den Wochenenden besichtigt werden. Von dem Plateau direkt vor dem Turm hat man eine gute Sicht in Richtung Süden und Westen über das Saaletal und die Stadt. Der Landgrafen ist einer der beliebtesten Aussichtspunkte, da er zu Fuß am schnellsten aus der Innenstadt zu erreichen ist. Folgt man dem ausgeschilderten Weg weiter bergauf, gelangt man zum Windknollen mit dem Napoleonstein. Der Gedenkstein erinnert an die Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 zwischen den Preußen und den Franzosen, die Napoleon schließlich für sich entschied. Hinter dem Napoleonstein erstreckt sich eine Hochebene, die von vielen Wanderwegen durchzogen wird. Von hier aus kann man der Saale-Horizontalen folgen und erreicht im Norden von Jena gelegenen Rautal wieder das Stadtgebiet.
Beste Jahres-/Tageszeit: Von hier aus kann man wunderbar den Sonnenaufgang über der Stadt beobachten. Wer nicht zu den extremen Frühaufstehern gehört, sollte das lieber in den Wintermonaten machen, wenn die Sonne erst gegen 7 Uhr aufgeht. Im Herbst leuchtet das Laub der Bäume in vielen bunten Farben.
Anreise: Zu Fuß folgt man einfach der Straße „Am Steiger“ aus der Innenstadt. Wer lieber Treppen steigt, kann auch den „Landgrafenstieg“ etwas weiter nord-östlich nehmen. Alle Wege treffen sich am Aussichtsturm.
Auf der Saale-Horizontalen vom Landgrafen ins Mühltal
Auf der Saale Horizontalen im Mühltal.
Folgt man dagegen der Saale-Horizontalen vom Landgrafen aus in Richtung Westen, gelangt man ins Mühltal. Nachdem es zuerst durch relativ dichten Wald geht, führt der Weg später an den für Jena so charakteristischen, kahlen Muschelkalkhängen entlang. Hier kann man sich entscheiden: Entweder man steigt ins Mühltal hinab und nimmt den Bus der Linie 16 zurück in die Stadt oder man verlängert die Wanderung bis zur Lutherkanzel.
Beste Jahres-/Tageszeit: Im Herbst färbt sich das Laub der hier wachsenden Büsche feuerrot. Zusammen mit der Abendsonne ergibt sich ein tolles Farbenspiel.
Anreise: Vom Aussichtsturm auf dem Landgrafen folgt man der Saale-Horizontalen Richtung Mühltal. Möchte man den Weg in die entgegengesetzte Richtung gehen, nimmt man den Bus der Linie 16 bis zur Endhaltestelle Mühltal.
Rautal
Winterlinge blühen im Rautal. Die letzten Eiskristalle auf den Blüten sind noch nicht getaut.
Das Rautal ist ein bewaldetes Tal im Norden von Jena. Entlang des Tals fließt ein Bach, dessen Flussbett sich tief in das Gestein eingeschnitten hat. Leider ist er die meiste Zeit des Jahres trocken gefallen. Bekannt ist das Rautal stattdessen für die Winterlinge – kleine gelbe Blumen, die schon blühen, wenn noch die letzten Schneereste liegen. In einem Schutzgebiet im oberen Teil des Rautals bedecken sie große Teile des Waldbodens. Je nach Witterung blühen sie bereits Ende Februar oder Anfang März. An Wochenenden mit schönem Wetter kann es dann auf dem Wanderweg schon mal eng werden, wenn viele Leute die ersten warmen Tage für einen Spaziergang nutzen.
Beste Jahres-/Tageszeit: Ende Februar/Anfang März, je nach Witterung. Die tiefstehende Sonne hat nur bis zum Mittag die Chance, durch den lichten Wald zu scheinen.
Anreise: Entweder mit der Straßenbahn Linie 1 oder 4 bis zur Haltestelle Zwätzen, dann dem Michael-Häußler-Weg folgen und die Jägerbergstraße überqueren. Von hier aus der Saale-Horizontalen Richtung Rautal/Landgrafen/Closewitz folgen. Alternativ mit dem Bus (Linie 16) oder Auto bis nach Closewitz fahren und von da aus bergab der Saale-Horizontalen folgen. An sonnigen Wochenenden sind die wenigen Parkplätze meistens überfüllt.
Jägerberg / Galgenberg
Auf dem Weg am Galgenberg mit Blick über Jena.
Wenig bekannt ist der Galgenberg oberhalb des neuen Wohngebietes „Himmelreich“, der mit zum Jägerbergmassiv gehört. Beim Aufstieg bieten sich immer wieder Blicke über das ehemalige Dorf Zwätzen und die Stadt dahinter. Oben angekommen, trifft man wieder auf die Saale-Horizontale, die hier weiter bis nach Dornburg führt. Will man nicht die gleiche Strecke wieder zurück gehen, kann man auch der Saale-Horizontalen wieder in Richtung Jena folgen und kommt auf Höhe des Rautals wieder im Stadtgebiet an.
Beste Jahres-/Tageszeit: Am frühen Morgen oder späten Abend hat man hier das schönste Licht. Im Winter kann der Aufstieg sehr mühsam werden, wenn die Wege verschneit oder vereist sind.
Anreise: Mit der Straßenbahn Linie 1 oder 4 bis zur Endhaltestelle „Zwätzen, Schleife“. Von hier aus zunächst dem Florian-Geyer-Weg folgen, an dessen Ende rechts in die Kreuzgasse abbiegen und dann links in die Juri-Gagarin-Straße einbiegen. Von hier aus ist der Weg ausgeschildert. Er führt zum Teil als kleiner Pfad über Wiesen und relativ steil den Berg hinauf.
Kunitz & Lasaan
Das Dorf Lasaan versteckt sich zwischen den Feldern.Auf der Straße von Lasaan nach Kunitz an einem Sommerabend.
Im Nordosten von Jena liegt das Dorf Kunitz, bekannt vor allem durch die Ruinen der Gleißburg, die hoch oben über dem Tal sitzt. Während man von dort oben ebenfalls eine schöne Aussicht hat, sind die Möglichkeiten für kreative Bildkompositionen doch etwas eingeschränkt. Schöner ist es, entlang des Tals weiter bis zum Dorf Lasaan zu gehen. Entweder folgt man der einzigen Straße, die nicht stark befahren ist, oder man nimmt den „Lasaaner Oberweg“ durch die Wiesen und Felder.
Beste Jahres-/Tageszeit: Im Frühling und Sommer, wenn auf den Feldern entweder der Raps blüht oder der Weizen steht. Das beste Licht hat man am Nachmittag/Abend.
Anreise: Die Buslinie 43 fährt montags bis freitags einmal die Stunde nach Kunitz. Per Bahn ist der nächstgelegene Haltepunkt der Bahnhof Jena-Zwätzen. Alternativ kann man mit dem Fahrrad oder Auto bis nach Kunitz fahren (ein kostenfreier Parkplatz ist vorhanden).
Dornburger Schlösser
Die Dornburger Schlösser im Frühling.Das Dornburger Rokokoschloss im Sommer.
Nicht ganz in Jena, aber nur eine kurze Fahrt entfernt und überregional bekannt, sind die Dornburger Schlösser. Hoch oben über dem Saaletal befindet sich das Alte Schloss von 1522, das Renaissance-Schloss von 1539, sowie das Rokoko-Schloss von 1732. Vom Tal aus ist es ein imposanter Anblick, von oben hat man wiederum einen tollen Blick über das Saaletal. Der Eintritt in die Gärten ist frei.
Beste Jahres-/Tageszeit: Im Frühling und Sommer stehen die Schlossgärten in voller Blüte. Im Herbst leuchtet dafür der Wein, der am Hang zum Saaletal angebaut wird, in den tollsten Herbstfarben. Morgens und in den Nachmittagsstunden hat man das schönste Licht. Den Sonnenuntergang kann man hier leider nicht sehen.
Anreise: Mit der Regionalbahn Richtung Naumburg/Leipzig bis Dornburg. Von da aus den Hang hinauf bis zu den Schlössern. Bequemer geht es mit dem Auto: In Dornburg sind viele Parkplätze (kostenpflichtig) in direkter Nähe der Schlösser vorhanden.