Die 7 besten Photolocations in und um Jena

Jena, die thüringische Studentenstadt im Saaletal, ist umgeben von Wäldern und Wiesen. Selbst aus dem Stadtzentrum braucht man zu Fuß keine halbe Stunde bis ins Grüne. Über hundert Kilometer ausgeschilderte Wanderwege um Jena herum, insbesondere die Saale-Horizontale, laden zu ausgiebigen Wanderungen ein. Seit mehreren Jahren lebe ich nun in dieser schönen Stadt und habe in der Zeit die Umgebung ausführlich erkundet. In diesem Beitrag möchte ich euch nun die schönsten Plätze für Landschaftsfotos vorstellen, die ich dabei gefunden habe. Natürlich kann man auch ohne Kamera einfach die Natur und die Aussicht auf die Stadt und das Saaletal genießen. Die Liste ist lange nicht vollständig und jeder, der selber auf Erkundungstour geht, wird seine eigenen Lieblingsplätze finden. Ich habe mich bei dieser Liste darauf beschränkt, nur Orte aufzunehmen, die entweder gut zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen sind.

Jenzig

Der Sonnenuntergang über Jena, fotografiert von der Lichtung auf der Nordwestseite des Jenzig
Blick über den Jenzig in Richtung Jena

Der wohl bekannteste der Jenaer Berge und eines der sieben Wunder Jenas. Im Osten der Stadt gelegen, gelangt man auf einem bequemen Weg in Serpentinen bis ganz nach oben. Auf dem Berg gibt es eine Gaststätte, in der man sich stärken kann, falls einem der Aufstieg doch zu schaffen gemacht hat. Von oben hat man einen wunderbaren Blick auf die Kernstadt, Jena-Ost, den Fuchsturm und das nördliche Saaletal. Wer den Sonnenuntergang über der Stadt beobachten möchte, ist hier genau richtig.

Beste Jahres-/Tageszeit: Im Frühling und im Herbst geht die Sonne von hier aus gesehen direkt über der Stadt unter. Die Mühen des Aufstiegs werden zu jeder Jahreszeit mit einem tollen Blick über die Stadt belohnt.

Anfahrt: Straßenbahn Linie 2 bis Haltestelle Jenzigweg. Von da aus der Beschilderung zum Jenzig (Südweg) folgen (etwa 30min).

Der Landgrafen & Napoleonstein

Kurz vor Sonnenaufgang am Landgrafen, aufgenommen im Februar.
Sonnenaufgang am Napoleonstein. Die Sonne kommt gerade über den Horizont.
Morgenstimmung am Napoleonstein.

Der silberne ehemalige Fernsehturm ist der markante Orientierungspunkt auf dem Landgrafen. Heute wird er als Aussichtsturm genutzt und kann an den Wochenenden besichtigt werden. Von dem Plateau direkt vor dem Turm hat man eine gute Sicht in Richtung Süden und Westen über das Saaletal und die Stadt. Der Landgrafen ist einer der beliebtesten Aussichtspunkte, da er zu Fuß am schnellsten aus der Innenstadt zu erreichen ist. Folgt man dem ausgeschilderten Weg weiter bergauf, gelangt man zum Windknollen mit dem Napoleonstein. Der Gedenkstein erinnert an die Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 zwischen den Preußen und den Franzosen, die Napoleon schließlich für sich entschied. Hinter dem Napoleonstein erstreckt sich eine Hochebene, die von vielen Wanderwegen durchzogen wird. Von hier aus kann man der Saale-Horizontalen folgen und erreicht im Norden von Jena gelegenen Rautal wieder das Stadtgebiet.

Beste Jahres-/Tageszeit: Von hier aus kann man wunderbar den Sonnenaufgang über der Stadt beobachten. Wer nicht zu den extremen Frühaufstehern gehört, sollte das lieber in den Wintermonaten machen, wenn die Sonne erst gegen 7 Uhr aufgeht. Im Herbst leuchtet das Laub der Bäume in vielen bunten Farben.

Anreise: Zu Fuß folgt man einfach der Straße „Am Steiger“ aus der Innenstadt. Wer lieber Treppen steigt, kann auch den „Landgrafenstieg“ etwas weiter nord-östlich nehmen. Alle Wege treffen sich am Aussichtsturm.

Auf der Saale-Horizontalen vom Landgrafen ins Mühltal

Auf der Saale Horizontalen im Mühltal.

Folgt man dagegen der Saale-Horizontalen vom Landgrafen aus in Richtung Westen, gelangt man ins Mühltal. Nachdem es zuerst durch relativ dichten Wald geht, führt der Weg später an den für Jena so charakteristischen, kahlen Muschelkalkhängen entlang. Hier kann man sich entscheiden: Entweder man steigt ins Mühltal hinab und nimmt den Bus der Linie 16 zurück in die Stadt oder man verlängert die Wanderung bis zur Lutherkanzel.

Beste Jahres-/Tageszeit: Im Herbst färbt sich das Laub der hier wachsenden Büsche feuerrot. Zusammen mit der Abendsonne ergibt sich ein tolles Farbenspiel.

Anreise: Vom Aussichtsturm auf dem Landgrafen folgt man der Saale-Horizontalen Richtung Mühltal. Möchte man den Weg in die entgegengesetzte Richtung gehen, nimmt man den Bus der Linie 16 bis zur Endhaltestelle Mühltal.

Rautal

Winterlinge blühen im Rautal. Die letzten Eiskristalle auf den Blüten sind noch nicht getaut.

Das Rautal ist ein bewaldetes Tal im Norden von Jena. Entlang des Tals fließt ein Bach, dessen Flussbett sich tief in das Gestein eingeschnitten hat. Leider ist er die meiste Zeit des Jahres trocken gefallen. Bekannt ist das Rautal stattdessen für die Winterlinge – kleine gelbe Blumen, die schon blühen, wenn noch die letzten Schneereste liegen. In einem Schutzgebiet im oberen Teil des Rautals bedecken sie große Teile des Waldbodens. Je nach Witterung blühen sie bereits Ende Februar oder Anfang März. An Wochenenden mit schönem Wetter kann es dann auf dem Wanderweg schon mal eng werden, wenn viele Leute die ersten warmen Tage für einen Spaziergang nutzen.

Beste Jahres-/Tageszeit: Ende Februar/Anfang März, je nach Witterung. Die tiefstehende Sonne hat nur bis zum Mittag die Chance, durch den lichten Wald zu scheinen.

Anreise: Entweder mit der Straßenbahn Linie 1 oder 4 bis zur Haltestelle Zwätzen, dann dem Michael-Häußler-Weg folgen und die Jägerbergstraße überqueren. Von hier aus der Saale-Horizontalen Richtung Rautal/Landgrafen/Closewitz folgen. Alternativ mit dem Bus (Linie 16) oder Auto bis nach Closewitz fahren und von da aus bergab der Saale-Horizontalen folgen. An sonnigen Wochenenden sind die wenigen Parkplätze meistens überfüllt.

Jägerberg / Galgenberg

Auf dem Weg am Galgenberg mit Blick über Jena.

Wenig bekannt ist der Galgenberg oberhalb des neuen Wohngebietes „Himmelreich“, der mit zum Jägerbergmassiv gehört. Beim Aufstieg bieten sich immer wieder Blicke über das ehemalige Dorf Zwätzen und die Stadt dahinter. Oben angekommen, trifft man wieder auf die Saale-Horizontale, die hier weiter bis nach Dornburg führt. Will man nicht die gleiche Strecke wieder zurück gehen, kann man auch der Saale-Horizontalen wieder in Richtung Jena folgen und kommt auf Höhe des Rautals wieder im Stadtgebiet an.

Beste Jahres-/Tageszeit: Am frühen Morgen oder späten Abend hat man hier das schönste Licht. Im Winter kann der Aufstieg sehr mühsam werden, wenn die Wege verschneit oder vereist sind.

Anreise: Mit der Straßenbahn Linie 1 oder 4 bis zur Endhaltestelle „Zwätzen, Schleife“. Von hier aus zunächst dem Florian-Geyer-Weg folgen, an dessen Ende rechts in die Kreuzgasse abbiegen und dann links in die Juri-Gagarin-Straße einbiegen. Von hier aus ist der Weg ausgeschildert. Er führt zum Teil als kleiner Pfad über Wiesen und relativ steil den Berg hinauf.

Kunitz & Lasaan

Das Dorf Lasaan versteckt sich zwischen den Feldern.
Auf der Straße von Lasaan nach Kunitz an einem Sommerabend.

Im Nordosten von Jena liegt das Dorf Kunitz, bekannt vor allem durch die Ruinen der Gleißburg, die hoch oben über dem Tal sitzt. Während man von dort oben ebenfalls eine schöne Aussicht hat, sind die Möglichkeiten für kreative Bildkompositionen doch etwas eingeschränkt. Schöner ist es, entlang des Tals weiter bis zum Dorf Lasaan zu gehen. Entweder folgt man der einzigen Straße, die nicht stark befahren ist, oder man nimmt den „Lasaaner Oberweg“ durch die Wiesen und Felder.

Beste Jahres-/Tageszeit: Im Frühling und Sommer, wenn auf den Feldern entweder der Raps blüht oder der Weizen steht. Das beste Licht hat man am Nachmittag/Abend.

Anreise: Die Buslinie 43 fährt montags bis freitags einmal die Stunde nach Kunitz. Per Bahn ist der nächstgelegene Haltepunkt der Bahnhof Jena-Zwätzen. Alternativ kann man mit dem Fahrrad oder Auto bis nach Kunitz fahren (ein kostenfreier Parkplatz ist vorhanden).

Dornburger Schlösser

Die Dornburger Schlösser im Frühling.
Das Dornburger Rokokoschloss im Sommer.

Nicht ganz in Jena, aber nur eine kurze Fahrt entfernt und überregional bekannt, sind die Dornburger Schlösser. Hoch oben über dem Saaletal befindet sich das Alte Schloss von 1522, das Renaissance-Schloss von 1539, sowie das Rokoko-Schloss von 1732. Vom Tal aus ist es ein imposanter Anblick, von oben hat man wiederum einen tollen Blick über das Saaletal. Der Eintritt in die Gärten ist frei.

Beste Jahres-/Tageszeit: Im Frühling und Sommer stehen die Schlossgärten in voller Blüte. Im Herbst leuchtet dafür der Wein, der am Hang zum Saaletal angebaut wird, in den tollsten Herbstfarben. Morgens und in den Nachmittagsstunden hat man das schönste Licht. Den Sonnenuntergang kann man hier leider nicht sehen.

Anreise: Mit der Regionalbahn Richtung Naumburg/Leipzig bis Dornburg. Von da aus den Hang hinauf bis zu den Schlössern. Bequemer geht es mit dem Auto: In Dornburg sind viele Parkplätze (kostenpflichtig) in direkter Nähe der Schlösser vorhanden.