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  • Die 7 besten Photolocations in und um Jena

    Die 7 besten Photolocations in und um Jena

    Jena, die thüringische Studentenstadt im Saaletal, ist umgeben von Wäldern und Wiesen. Selbst aus dem Stadtzentrum braucht man zu Fuß keine halbe Stunde bis ins Grüne. Über hundert Kilometer ausgeschilderte Wanderwege um Jena herum, insbesondere die Saale-Horizontale, laden zu ausgiebigen Wanderungen ein. Seit mehreren Jahren lebe ich nun in dieser schönen Stadt und habe in der Zeit die Umgebung ausführlich erkundet. In diesem Beitrag möchte ich euch nun die schönsten Plätze für Landschaftsfotos vorstellen, die ich dabei gefunden habe. Natürlich kann man auch ohne Kamera einfach die Natur und die Aussicht auf die Stadt und das Saaletal genießen. Die Liste ist lange nicht vollständig und jeder, der selber auf Erkundungstour geht, wird seine eigenen Lieblingsplätze finden. Ich habe mich bei dieser Liste darauf beschränkt, nur Orte aufzunehmen, die entweder gut zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen sind.

    Jenzig

    Der Sonnenuntergang über Jena, fotografiert von der Lichtung auf der Nordwestseite des Jenzig
    Blick über den Jenzig in Richtung Jena

    Der wohl bekannteste der Jenaer Berge und eines der sieben Wunder Jenas. Im Osten der Stadt gelegen, gelangt man auf einem bequemen Weg in Serpentinen bis ganz nach oben. Auf dem Berg gibt es eine Gaststätte, in der man sich stärken kann, falls einem der Aufstieg doch zu schaffen gemacht hat. Von oben hat man einen wunderbaren Blick auf die Kernstadt, Jena-Ost, den Fuchsturm und das nördliche Saaletal. Wer den Sonnenuntergang über der Stadt beobachten möchte, ist hier genau richtig.

    Beste Jahres-/Tageszeit: Im Frühling und im Herbst geht die Sonne von hier aus gesehen direkt über der Stadt unter. Die Mühen des Aufstiegs werden zu jeder Jahreszeit mit einem tollen Blick über die Stadt belohnt.

    Anfahrt: Straßenbahn Linie 2 bis Haltestelle Jenzigweg. Von da aus der Beschilderung zum Jenzig (Südweg) folgen (etwa 30min).

    Der Landgrafen & Napoleonstein

    Kurz vor Sonnenaufgang am Landgrafen, aufgenommen im Februar.
    Sonnenaufgang am Napoleonstein. Die Sonne kommt gerade über den Horizont.
    Morgenstimmung am Napoleonstein.

    Der silberne ehemalige Fernsehturm ist der markante Orientierungspunkt auf dem Landgrafen. Heute wird er als Aussichtsturm genutzt und kann an den Wochenenden besichtigt werden. Von dem Plateau direkt vor dem Turm hat man eine gute Sicht in Richtung Süden und Westen über das Saaletal und die Stadt. Der Landgrafen ist einer der beliebtesten Aussichtspunkte, da er zu Fuß am schnellsten aus der Innenstadt zu erreichen ist. Folgt man dem ausgeschilderten Weg weiter bergauf, gelangt man zum Windknollen mit dem Napoleonstein. Der Gedenkstein erinnert an die Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 zwischen den Preußen und den Franzosen, die Napoleon schließlich für sich entschied. Hinter dem Napoleonstein erstreckt sich eine Hochebene, die von vielen Wanderwegen durchzogen wird. Von hier aus kann man der Saale-Horizontalen folgen und erreicht im Norden von Jena gelegenen Rautal wieder das Stadtgebiet.

    Beste Jahres-/Tageszeit: Von hier aus kann man wunderbar den Sonnenaufgang über der Stadt beobachten. Wer nicht zu den extremen Frühaufstehern gehört, sollte das lieber in den Wintermonaten machen, wenn die Sonne erst gegen 7 Uhr aufgeht. Im Herbst leuchtet das Laub der Bäume in vielen bunten Farben.

    Anreise: Zu Fuß folgt man einfach der Straße „Am Steiger“ aus der Innenstadt. Wer lieber Treppen steigt, kann auch den „Landgrafenstieg“ etwas weiter nord-östlich nehmen. Alle Wege treffen sich am Aussichtsturm.

    Auf der Saale-Horizontalen vom Landgrafen ins Mühltal

    Auf der Saale Horizontalen im Mühltal.

    Folgt man dagegen der Saale-Horizontalen vom Landgrafen aus in Richtung Westen, gelangt man ins Mühltal. Nachdem es zuerst durch relativ dichten Wald geht, führt der Weg später an den für Jena so charakteristischen, kahlen Muschelkalkhängen entlang. Hier kann man sich entscheiden: Entweder man steigt ins Mühltal hinab und nimmt den Bus der Linie 16 zurück in die Stadt oder man verlängert die Wanderung bis zur Lutherkanzel.

    Beste Jahres-/Tageszeit: Im Herbst färbt sich das Laub der hier wachsenden Büsche feuerrot. Zusammen mit der Abendsonne ergibt sich ein tolles Farbenspiel.

    Anreise: Vom Aussichtsturm auf dem Landgrafen folgt man der Saale-Horizontalen Richtung Mühltal. Möchte man den Weg in die entgegengesetzte Richtung gehen, nimmt man den Bus der Linie 16 bis zur Endhaltestelle Mühltal.

    Rautal

    Winterlinge blühen im Rautal. Die letzten Eiskristalle auf den Blüten sind noch nicht getaut.

    Das Rautal ist ein bewaldetes Tal im Norden von Jena. Entlang des Tals fließt ein Bach, dessen Flussbett sich tief in das Gestein eingeschnitten hat. Leider ist er die meiste Zeit des Jahres trocken gefallen. Bekannt ist das Rautal stattdessen für die Winterlinge – kleine gelbe Blumen, die schon blühen, wenn noch die letzten Schneereste liegen. In einem Schutzgebiet im oberen Teil des Rautals bedecken sie große Teile des Waldbodens. Je nach Witterung blühen sie bereits Ende Februar oder Anfang März. An Wochenenden mit schönem Wetter kann es dann auf dem Wanderweg schon mal eng werden, wenn viele Leute die ersten warmen Tage für einen Spaziergang nutzen.

    Beste Jahres-/Tageszeit: Ende Februar/Anfang März, je nach Witterung. Die tiefstehende Sonne hat nur bis zum Mittag die Chance, durch den lichten Wald zu scheinen.

    Anreise: Entweder mit der Straßenbahn Linie 1 oder 4 bis zur Haltestelle Zwätzen, dann dem Michael-Häußler-Weg folgen und die Jägerbergstraße überqueren. Von hier aus der Saale-Horizontalen Richtung Rautal/Landgrafen/Closewitz folgen. Alternativ mit dem Bus (Linie 16) oder Auto bis nach Closewitz fahren und von da aus bergab der Saale-Horizontalen folgen. An sonnigen Wochenenden sind die wenigen Parkplätze meistens überfüllt.

    Jägerberg / Galgenberg

    Auf dem Weg am Galgenberg mit Blick über Jena.

    Wenig bekannt ist der Galgenberg oberhalb des neuen Wohngebietes „Himmelreich“, der mit zum Jägerbergmassiv gehört. Beim Aufstieg bieten sich immer wieder Blicke über das ehemalige Dorf Zwätzen und die Stadt dahinter. Oben angekommen, trifft man wieder auf die Saale-Horizontale, die hier weiter bis nach Dornburg führt. Will man nicht die gleiche Strecke wieder zurück gehen, kann man auch der Saale-Horizontalen wieder in Richtung Jena folgen und kommt auf Höhe des Rautals wieder im Stadtgebiet an.

    Beste Jahres-/Tageszeit: Am frühen Morgen oder späten Abend hat man hier das schönste Licht. Im Winter kann der Aufstieg sehr mühsam werden, wenn die Wege verschneit oder vereist sind.

    Anreise: Mit der Straßenbahn Linie 1 oder 4 bis zur Endhaltestelle „Zwätzen, Schleife“. Von hier aus zunächst dem Florian-Geyer-Weg folgen, an dessen Ende rechts in die Kreuzgasse abbiegen und dann links in die Juri-Gagarin-Straße einbiegen. Von hier aus ist der Weg ausgeschildert. Er führt zum Teil als kleiner Pfad über Wiesen und relativ steil den Berg hinauf.

    Kunitz & Lasaan

    Das Dorf Lasaan versteckt sich zwischen den Feldern.
    Auf der Straße von Lasaan nach Kunitz an einem Sommerabend.

    Im Nordosten von Jena liegt das Dorf Kunitz, bekannt vor allem durch die Ruinen der Gleißburg, die hoch oben über dem Tal sitzt. Während man von dort oben ebenfalls eine schöne Aussicht hat, sind die Möglichkeiten für kreative Bildkompositionen doch etwas eingeschränkt. Schöner ist es, entlang des Tals weiter bis zum Dorf Lasaan zu gehen. Entweder folgt man der einzigen Straße, die nicht stark befahren ist, oder man nimmt den „Lasaaner Oberweg“ durch die Wiesen und Felder.

    Beste Jahres-/Tageszeit: Im Frühling und Sommer, wenn auf den Feldern entweder der Raps blüht oder der Weizen steht. Das beste Licht hat man am Nachmittag/Abend.

    Anreise: Die Buslinie 43 fährt montags bis freitags einmal die Stunde nach Kunitz. Per Bahn ist der nächstgelegene Haltepunkt der Bahnhof Jena-Zwätzen. Alternativ kann man mit dem Fahrrad oder Auto bis nach Kunitz fahren (ein kostenfreier Parkplatz ist vorhanden).

    Dornburger Schlösser

    Die Dornburger Schlösser im Frühling.
    Das Dornburger Rokokoschloss im Sommer.

    Nicht ganz in Jena, aber nur eine kurze Fahrt entfernt und überregional bekannt, sind die Dornburger Schlösser. Hoch oben über dem Saaletal befindet sich das Alte Schloss von 1522, das Renaissance-Schloss von 1539, sowie das Rokoko-Schloss von 1732. Vom Tal aus ist es ein imposanter Anblick, von oben hat man wiederum einen tollen Blick über das Saaletal. Der Eintritt in die Gärten ist frei.

    Beste Jahres-/Tageszeit: Im Frühling und Sommer stehen die Schlossgärten in voller Blüte. Im Herbst leuchtet dafür der Wein, der am Hang zum Saaletal angebaut wird, in den tollsten Herbstfarben. Morgens und in den Nachmittagsstunden hat man das schönste Licht. Den Sonnenuntergang kann man hier leider nicht sehen.

    Anreise: Mit der Regionalbahn Richtung Naumburg/Leipzig bis Dornburg. Von da aus den Hang hinauf bis zu den Schlössern. Bequemer geht es mit dem Auto: In Dornburg sind viele Parkplätze (kostenpflichtig) in direkter Nähe der Schlösser vorhanden.

    Noch mehr Photolocations in Thüringen entdecken.

  • Irlands Norden: Die Halbinsel Fanad Head

    Irlands Norden: Die Halbinsel Fanad Head

    Am letzten Tag unseres Irlandurlaubs besuchten wir die Halbinsel Fanad Head im Norden des County Donegal. Unser Ziel war der Leuchtturm an der nördlichsten Spitze der Halbinsel, The Fanad Head Lighthouse. Doch schon der Weg dahin war sehr sehenswert.

    Unser Hotel in Letterkenny lag direkt am Wild Atlantic Way, der Küstenstraße, die entlang der Westküste Irlands führt. Diese führt auch zum Leuchtturm Fanad Head, sodass wir nur dem Wild Atlantic Way Richtung Norden folgen mussten. Ab dem Ort Ramelton verläuft die Straße fast immer direkt am Ufer des Lough Swilly entlang. Hierbei handelt es sich dabei nicht um einen Binnensee, sondern um einen Meeresarm, der das Land in die Halbinseln Fanad Head und Inishowen teilt. So bietet es sich an, unterwegs immer wieder anzuhalten und die Aussicht auf das Meer und Inishowen zu genießen. An diesem Tag stürmte und regnete immer wieder, und die schweren Wolken hingen dicht über den Bergen. Das machte mir aber nichts, denn genau dieses Wetter ist die richtige Zutat für dramatische Photos.

    Schwere Wolken über der Halbinsel Inishowen
    Schwere Wolken über der Halbinsel Inishowen

    Schmale Straßen waren wir ja inzwischen von unseren Ausflügen an den vergangenen Tagen gewöhnt, aber hier kamen noch enge Kurven und steile Anstiege hinzu. Mir machte es aber gerade deswegen sehr viel Spaß, die Strecke zu fahren.

    Straße nach Fanad Head
    Straße nach Fanad Head

    Der zweitschönste Strand der Welt

    Unterwegs kamen wir am Strand von Portsalon vorbei, der von der Zeitung „The Observer“ zum zweitschönsten Strand der Welt gewählt wurde. Dem können wir nur zustimmen, auch wenn uns aufgrund des Wetters nicht nach Baden zumute war.

    Portsalon Beach

    Portsalon Beach

    Portsalon Beach

    Der Leuchtturm Fanad Head

    Schließlich erreichten wir den Leuchtturm an der Spitze der Halbinsel. Hier gab es auch einen Parkplatz, der zu unserem erschrecken voll belegt war — inklusive eines Reisebuses, der einen Großteil der Parkplätze blockierte. Wir parkten schließlich am Straßenrand (rückwärts einparken, wenn man auf der „falschen“ Seite sitzt, ist gar nicht so einfach!) und liefen ein kleines Stück zurück. Der Leuchtturm ist leider nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen, die uns mit über 10€ pro Person etwas zu teuer war. So blieb es bei einem Photo aus der Ferne.

    Der Leuchturm Fanad Head
    Der Leuchturm Fanad Head

    Doe Castle

    Von hier aus traten wir den Rückweg an. Diesmal nahmen wir aber einen anderen Weg, denn wir wollten noch Doe Castle einen Besuch abstatten. Diese Burg aus dem späten 15. oder frühen 16. Jahrhundert ist von drei Seiten von Wasser umgeben. Schon von einem Aussichtspunkt am Wild Atlantic Way konnte man Doe Castle sehen.

    Ausblick auf Doe Castle
    Ausblick auf Doe Castle

    Die Besichtigung kostet nichts, man kann einfach so zwischen den alten Mauern herumlaufen. Informationstafeln erzählen auf Gälisch und Englisch die Geschichte der Burg.

    Der Eingang zu Doe Castle
    Der Eingang zu Doe Castle

    Dies war der letzte Programmpunkt von unserer Reise quer durch das County Donegal. Wir fuhren zurück nach Letterkenny, aßen Abendbrot im „Warehouse“ und traten am nächsten Tag früh morgens die Heimreise an.

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  • Irlands Norden: Sliabh Liag und der Süden des County Donegal

    Irlands Norden: Sliabh Liag und der Süden des County Donegal

    Am zweiten Tag unseres Irland-Aufenthalts machten wir uns auf zu den über 600m hohen Klippen von Sliabh Liag (englisch: Slieve League) ganz im Süden des County Donegal. Schon die Fahrt dahin durch die wieder einmal beeindruckend schöne Landschaft war ein Erlebnis. Von Letterkenny aus folgten wir der R250 Richtung Süden. Das R steht dabei für Regional Road; es handelte sich also um eine kleine Landstraße. Immerhin war sie an den meisten Stellen breit genug, dass zwei Autos aneinander vorbei passten. Unser erster Zwischenstop war in Fintown, einem kleinen Ort am Ufer des Lough Finn. Entlang des Ufers führte eine historische Eisenbahnlinie und gerade, als wir Pause machten, fuhr ein Zug an uns vorbei.

    Eisenbahn Lough Finn
    Historische Eisenbahn am Lough Finn

    Vom Parkplatz aus hatte man einen malerischen Blick in die Landschaft. Der See, die Berge, das grüne Gras und natürlich die Schafe — Irland in einem Bild.

    Lough Finn, Donegal
    Irland in einem Bild: Lough Finn

    Glengesh Pass

    Weiter Richtung Süden traf die Straße irgendwann auf die N56. Mit N werden in der Republik Irland die etwas besser ausgebauten National Roads bezeichnet. Dieser folgten wir bis zum Abzweig auf die R230, die uns an die Küste führen sollte. Zwischen uns und der Küste lag aber noch eine ca. 500m hohe Bergkette, die wir auf dem Glengesh Pass überquerten. Schon die Fahrt über den Pass war ein Highlight. Die Straße wurde immer schmaler, sodass zwei Autos nur noch an den Ausweichbuchten aneinander vorbei kamen. In Serpentinen ging es dann den Berg hoch — diese Verkehrsschilder waren also wirklich ernst zu nehmen. Aber gerade die abenteuerliche Straße durch die wunderschöne Landschaft machte den Reiz der Fahrt aus.

    Glengesh Pass
    Verkehrsschilder am Glengesh Pass

    Oben am Scheitelpunkt gab es einen Parkplatz und einen Aussichtspunkt, von dem aus man einen fantastischen Blick über das ganze Tal hatte, durch das wir gerade gefahren waren. Auf dem Parkplatz stand noch ein Verkaufswagen, in dem Tee, Kaffee und Popkorn angeboten wurde. Wie sich herausstellte, kam der Inhaber aus dem Schwarzwald und lebte seit 4 Jahren in Irland.

    Glengesh Pass
    Aussicht auf den Glengesh Pass

    Von hier aus war es nicht mehr weit bis zur Küste. Wir nahmen eine Abkürzung über eine noch kleinere Landstraße nach Carrick und bogen dort nach Teelin ab. Ab hier war Sliabh Liag auch schon ausgeschildert.

    Brücke in Teelin
    Brücke in Teelin

    Sliabh Liag

    Wir entschieden uns nicht direkt bis zum Aussichtspunkt an den Klippen zu fahren, sondern gleich den ersten Parkplatz zu nehmen und die letzten Kilometer zu laufen. Wie wir im Nachhinein feststellten, war dies eine sehr gute Idee. Nicht nur war es ein schöner Weg mit tollen Aussichten, sondern der Parkplatz direkt am Aussichtspunkt war auch hoffnungslos überfüllt.

    Blick zurück auf unseren Parkplatz
    Blick zurück auf unseren Parkplatz

    Auf dem Weg zu Sliabh Liag
    Auf dem Weg zu Sliabh Liag

    Der Weg folgte ein Stück der Küstenlinie und hinter einer Kurve kamen schließlich die Klippen zum Vorschein. Bereits hier war der Ausblick atemberaubend! Allerdings waren wir nicht die einzigen, die den Anblick genießen wollten. So wurde die Aussicht durch die anderen Touristen ein wenig verstellt. Deswegen lohnt es sich, dem Weg noch weiter den Hang hinauf zu folgen, da dort die Touristendichte deutlich geringer ist. Außerdem bieten sich immer wieder neue Blickwinkel auf die Klippen und das Meer. Dies nutzte ich, um die perfekte Perspektive für ein Panoramaphoto zu finden.

    Sliabh Liag
    Die 601m hohen Klippen von Sliabh Liag

    Sliabh Liag
    Die Klippen ragen fast senkrecht aus dem Atlantik

    Sliabh Liag
    In die Klippen hat das Wasser Höhlen gegraben

    Sliabh Liag
    Panoramablick über Sliabh Liag

    Donegal Town

    Als wir uns an dem Panorama satt gesehen hatten (sofern man das überhaupt kann), folgten wir wieder dem Wild Atlantic Way über enge Straßen bis zur Stadt Donegal, die genauso heißt wie das County. Unterwegs gab es einen Aussichtspunkt, an dem wir natürlich einen Photostop einlegen mussten.

    Wild Atlantic Way
    Aussichtspunkt am Wild Atlantic Way

    Die Stadt Donegal ist ein sehr geschäftiges kleines Städtchen mit vielen Läden, Restaurants, Pubs, einer Kirche, einer mittelalterlichen Burg und einem großen Parkplatz. Leider fing es gerade an zu regnen, als wir eintrafen, und die Burg war schon geschlossen. Das Restaurant „The Harbour“ in direkter Nähe des Großparkplatzes bot jedoch sehr leckeres Essen zu angemessenen Preisen.

    Donegal Town
    Das Zentrum von Donegal Town

    Donegal Town Kirche
    Nicht zu verfehlen: Die Kirche

    Nach dem Essen traten wir den Rückweg nach Letterkenny an. Da wir diesmal weniger Zeit für die Rückfahrt eingeplant hatten, fuhren wir über die N15 und die N13 und schlossen so unsere Rundfahrt durch das County Donegal ab.

    Nachdem wir am vorherigen Tag schon den Glenveagh National Park und Horn Head besucht hatten, fuhren wir am nächsten Tag noch auf die Halbinsel Fanad Head. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag.

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  • Irlands Norden: Das County Donegal

    Irlands Norden: Das County Donegal

    Das County Donegal liegt ganz im Norden der Republik Irland. Im Norden und Westen ist es vom wilden Atlantik umgeben, während es im Osten an Nordirland grenzt. In dieser rauen und gleichzeitig wunderschönen Region war ich vier Tage lang mit ein paar Freunden unterwegs. Da in Irland und insbesondere im County Donegal der öffentliche Nahverkehr nicht besonders gut ausgebaut ist, mieteten wir uns ein Auto, mit dem wir alle Ausflüge unternahmen.

    Letterkenny

    Wir übernachteten in Letterkenny im Ballyraine Guesthouse, das ich nur wärmsten empfehlen kann. Die Gastgeberin war außergewöhnlich freundlich, die Zimmer waren sehr sauber und das Frühstück reichhaltig und lecker. Wie üblich genoss ich das warme, englische/irische Frühstück und sparte mir so das Mittagessen. Die Stadt Letterkenny liegt etwa eine halbe Stunde Autofahrt von der nordirischen Grenze und der Stadt Derry/Londonderry entfernt. Sie bietet alles, was man als Irland-Tourist so braucht: Eine Hauptstraße mit vielen Geschäften, Pubs und Geldautomaten, etwas außerhalb Einkaufszentren und Supermärkte und eine große (natürlich katholische) Kathedrale.

    Die Hauptstraße von Letterkenny
    Die Hauptstraße von Letterkenny

    Die Kathedrale von Letterkenny

    Die Kathedrale von Letterkenny von innen
    Die Kathedrale von Letterkenny

    Glenveagh National Park

    An unserem ersten Tag fuhren wir in den nahegelegenen Glenveagh National Park. Das Besucherzentrum am Ende des Lough Beagh (als „Loughs“ werden in Irland Seen bezeichnet, vergleichbar mit den „Lochs“ in Schottland) hat einen großen Parkplatz und ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderwege — so auch für unsere Wanderung zum Glenveagh Castle.

    Ausblick von Besucherzentrum im Glenveagh National Park
    Ausblick vom Besucherzentrum im Glenveagh National Park

    Wir folgten dem Wanderweg entlang des Ufers bis zum Glenveagh Castle. Unterwegs boten sich immer wieder atemberaubende Ausblicke über den See und die umliegenden Berge. In der Ferne war der Mount Errigal zu sehen, dessen Gipfel sich allerdings an diesem Tag in Wolken hüllte.

    Glenveagh National Park

    Durch die Wolken kam ab und zu die Sonne zum Vorschein, wodurch das Licht immer wieder auf unterschiedliche Stellen in der Landschaft schien. Das nutzte ich aus, um in den Photos, die ich unterwegs machte, bestimmte Details zu betonen. So scheint in dem Photo unten die Sonne auf die grüne Wiese, die dadurch deutlich heller als die Umgebung ist. Zusammen mit dem Berg am Horizont verleiht es dem Bild Tiefe. Der blaue Streifen am Himmel, der in Richtung Berg zeigt, unterstützt zusätzlich die Komposition.


    Glenveagh National Park

    Das folgende Photo wirkt aufgrund des Hell-Dunkel-Kontrasts zwischen dem von der Sonne angeschienenen Vordergrund und den dunklen Wolken dramatisch. Für solche Bilder muss man den richtigen Zeitpunkt abwarten. Daher lohnt es sich eigentlich immer, bei einem guten Motiv ein paar Minuten stehen zu bleiben und auf das richtige Licht zu warten.


    Nach einer Strecke von ca. 4km erreichten wir schließlich das Schloss, das zwischen 1867 und 1873 von John George Adair, einem reichen Landbesitzer, erbaut wurde. Es diente nie zur Verteidigung, sondern war als Jagdschloss angelegt.

    Glenveagh Castle

    Nach seinem plötzlichen Tod 1885 übernahm seine Frau das Anwesen, lies es Ausbauen sowie einen von Steinmauern umgebenen, geschützten Garten anlegen. Die Mauern um den Garten schützen ihn vor starkem Wind und so gedeiht hier eine Blumenpracht, die man in Irland sonst nur selten findet.

    Glenveagh Castle Gardens

    Glenveagh Castle Gardens

    Glenveagh Castle Gardens

    Durchquert man den Garten, führt ein Weg hinauf zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Schlosses, wo wir natürlich unbedingt hin wollten. Also nichts wie den Berg rauf! Oben angekommen, fegte uns der Wind fast wieder den Berg hinunter. Nach der Wärme im sonnigen und geschützten Schlossgarten waren wir von der Kälte hier oben überrascht. Trotz des rauen Wetters nutzten wir die Gelegenheit für ein Picknick. Die grandiose Aussicht war die Strapazen allemal wert!

    Glenveagh Castle Gardens
    Blick vom Aussichtspunkt auf Glenveagh Castle

    Glenveagh Lough
    Aussicht über das Glenveagh Lough

    Mount Errigal

    Wieder im Auto, fuhren wir weiter Richtung Westküste. Dabei kamen wir direkt am Mount Errigal vorbei und hielten kurz für ein Foto an. Der Errigal ist mit 751m der höchste Berg im County Donegal. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Form ist er schon von Weitem zu erkennen, wenn der Gipfel nicht gerade in den Wolken verschwindet.

    Mount Errigal
    In den Wolken: Mount Errigal

    Keinen Kilometer weiter erreichten wir den nächsten Aussichtspunkt und mussten natürlich noch einmal für ein Photo anhalten. Es war kalt und der Wind blies mir den Nieselregen ins Gesicht. Dennoch wartete ich für das bestmögliche Photo darauf, dass die Sonne doch noch einmal zwischen den Wolken hervorkam. Zum Glück tat mir das wechselhafte irische Wetter den Gefallen und so drückte ich ein paar Minuten später auf den Auslöser.

    Dunlewy Lough
    Oberhalb von Dunlewy Lough

    Auf dem Wild Atlantic Way nach Horn Head

    Wir setzten unsere Fahrt Richtung Küste fort und erreichten schon bald den Wild Atlantic Way. Der Wild Atlantic Way ist eine 2.500km lange Küstenstraße, die an der Westküste von Irland entlangführt. Während unseres gesamten Urlaubs sind wir immer wieder Teilstücke der Straße entlanggefahren. Diesmal folgten wir dem Wild Atlantic Way bis nach Horn Head, einer Halbinsel im Nordwesten vom County Donegal. Während die Straße entlang der Küste für irische Verhältnisse gut ausgebaut ist, werden die Straßen nach dem Abzweig Richtung Horn Head immer schmaler, bis sie schließlich nur noch einspurig sind. An diesem Tag war zum Glück wenig Verkehr, sodass uns kein anderes Auto entgegen kam. Als wir am Aussichtspunkt an der äußersten Spitze der Halbinsel ankamen, war zunächst nichts vom Meer zu sehen, so neblig war es. Der Wind wehte so stark, dass man gegen ihn ankämpfen musste, wenn man vorwärts kommen wollte. Nach ein paar Minuten lichtete sich der Nebel etwas und man konnte die Küstenlinie erahnen. Hier, wo die Klippen 180m senkrecht aus dem Meer ragen, stehen auch die Ruinen zweier Beobachtungstürme.

    Horn Head

    Horn Head

    Horn Head

    Nach diesem kleinen Abenteuer fuhren wir zurück nach Letterkenny in unser Hotel und ruhten uns den Rest des Tages aus, denn für den nächsten Tag hatten wir ein weiteres Highlight geplant: Ein Besuch der Klippen Sliabh Liag.

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  • Wandern am Loch Lomond

    Wandern am Loch Lomond

    Zum Abschluss meines Urlaubs in Edinburgh wollte ich unbedingt noch einen Ausflug in die schottischen Highlands machen. Am Liebsten wollte ich an das Ufer von einem Loch (der schottischen Bezeichnung für einen See). Da ich dafür nicht extra ein Auto mieten und auch noch links fahren wollte, musste der Ausgangspunkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. Meine Wahl fiel recht schnell auf Loch Lomond, da er am schnellsten und einfachsten von Edinburgh aus erreichbar ist. Loch Lomond liegt im Norden von Glasgow und ist der flächenmäßig größte Binnensee Großbritanniens. Noch zuhause hatte ich auf der Seite walkinghighlands.co.uk nach einer geeigneten Wanderroute gesucht und mich für die Wanderung von Balmaha zum Conic Hill entschieden, da man von dort aus einen tollen Blick über das Loch haben sollte. Der Weg ist übrigens Teil des West Highland Way von Glasgow nach Fort William.

    Von Edinburgh zum Loch Lomond

    Mein Plan war also, gleich früh morgens aufzubrechen und zunächst mit dem Zug von Edinburgh nach Glasgow zu fahren. Dort musste ich in eine Regionalbahn umsteigen, die mich nach Balloch an das Ufer von Loch Lomond bringen sollte. Von dort aus sollte es mit dem Bus weiter bis nach Balmaha gehen. Soweit der Plan. Doch ein auch in Deutschland bekanntes Phänomen schien mir zunächst einen Strich durch die Rechnung zu machen: Eine Signalstörung legte den Zugverkehr in Edinburgh lahm. Zum Glück war die Störung nach einer halben Stunde behoben und ich konnte doch noch in den Zug nach Glasgow steigen. Die Fahrt bis nach Balloch verlief dann ohne weitere Zwischenfälle. Nach der Ankunft musste ich aufgrund der Verspätung zum Bus sprinten und erwischte ihn gerade noch so. Außer mir war nur ein einziger weiterer Fahrgast eingestiegen. Dieser unterhielt sich mit dem Busfahrer in einer Sprache, die ich nicht verstand. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob es Englisch mit starkem Akzent, Gälisch oder Scots war. Natürlich wurden auch in diesem Bus wieder keine Haltestellen angesagt, doch da ich an der Endhaltestelle aussteigen musste, war das diesmal kein Problem.

    Wanderung zum Conic Hill

    In Balmaha angekommen folgte ich den Schildern des West Highland Way, um auf den richtigen Weg zum Conic Hill zu gelangen. Nach einem kurzen Stück durch den Wald erreichte ich die Baumgrenze. Von da an führte der Weg über offenes Gelände.

    West Highland Way in der Nähe von Balmaha
    West Highland Way in der Nähe von Balmaha

    Als ich losging, schien noch die Sonne und es war recht warm. Doch schon ein paar Minuten später sollte sich das ändern. Kaum war ich auf der ersten Hochebene angekommen, fing es auch schon an zu schütten wie aus Eimern. Zum Glück hatte ich wetterfeste Kleidung an, sodass ich nur von außen nass wurde. Ich ging weiter bis zu dem Aussichtspunkt, der eine tolle Aussicht über Loch Lomond bis zu den Bergen der Highlands bieten sollte und wartete darauf, dass der Schauer vorüberzieht. Sobald der Regen aufgehört hatte, zog ich meine Kamera aus dem Rucksack und begann Photos zu machen. Kurze Zeit später kam auch die Sonne wieder zum Vorschein. Der Ausblick war wirklich atemberaubend!

    Blick über Loch Lomond vom Conic Hill
    Blick über Loch Lomond vom Conic Hill

    Blick über Loch Lomond vom Conic Hill
    Im Hintergrund die schneebedeckten Berge der schottischen Highlands

    Schottische Highlands
    So fern und doch so nah: die Highlands

    Ich folgte dem Weg noch ein Stück weiter und nutzte die Gelegenheit für ein Picknick. Kurz danach sah ich in der Ferne schon den nächsten Schauer aufziehen und ich machte mich auf den Rückweg.

    Ein Schauer zieht auf über Loch Lomond
    Ein Schauer zieht auf über Loch Lomond

    Wieder in Balmaha angekommen, fing es schon wieder an in Strömen zu regnen. Das war das zweite Mal innerhalb von zwei Stunden, in dem ich komplett nass wurde, doch es war mir total egal. Die Wanderung hatte sich definitiv gelohnt!

    Da ich noch etwas Zeit hatte, bis der Bus zurück fuhr, machte ich noch ein paar Photos am Ufer des Sees.

    Nach dem Regen am Ufer in Balmaha

    An der Bushaltestelle traf ich noch eine Einheimische, die mit ihrem Hund spazieren war. Ganz verwundert fragte sie mich, wie ich ohne Auto in diese abgelegene Ecke gekommen sei. In dem Gespräch erzählte sie weiter, dass in der Hauptsaison der kleine Ort total überlaufen sei. Der doch recht große Parkplatz sei dann regelmäßig voll und die Autos würden die schmale Straße zuparken. So verschlafen, wie Balmaha an diesem Tag im März war, konnte ich mir das gar nicht so richtig vorstellen. Schließlich kam der Bus nach Balloch und ich verabschiedete mich.

    Balloch

    Dadurch, dass Balloch so nah an Glasgow liegt und von dort gut zu erreichen ist, hat die Tourismusindustrie hier schon ihre Spuren hinterlassen. Etwas Abseits der Touristenattraktionen gibt es aber noch einen großen Park, der sich entlang des Ufers von Loch Lomond erstreckt. Zu dieser Jahreszeit bot der Park selbst zwar keine schönen Photomotive, aber an einer Biegung des Wegs hatte man noch einen tollen Blick über Loch Lomond und die dahinter aufragenden Berge.

    Von Balloch aus sieht man in der Ferne die majestätischen Berge
    Von Balloch aus sieht man in der Ferne die schneebedeckten Berge

  • Auf Phototour in Edinburgh

    Auf Phototour in Edinburgh

    Anfang März brach ich zu einem Fotografie-Kurztrip nach Schottland auf. Zwei Tage verbrachte ich in der schottische Hauptstadt Edinburgh. Am dritten Tag unternahm ich noch einen Ausflug in die Highlands an das Loch Lomond, bevor es wieder in den Flieger nach Hause ging (doch dazu in einem späteren Beitrag mehr). Die Reise war schon lange ein Traum von mir gewesen und jetzt hatte ich endlich die Zeit und das Geld, ihn zu verwirklichen. Von Edinburgh hatte ich vor Jahren ein Bild gesehen, das den Blick über die Stadt vom Calton Hill aus zeigt. Irgendwie hatte ich mir seit dem in den Kopf gesetzt, genau so ein Bild selber zu machen. Das ist jetzt nicht besonders kreativ, aber ich hatte es mir nun einmal in den Kopf gesetzt. Wie ihr anhand des ersten Bilds oben sehen könnt, ist es mir gelungen.

    Photographisches

    Was die Fotoausrüstung angeht, war ich mit leichtem Gepäck unterwegs. Neben meiner Nikon D7100 hatte ich nur das Tamron 16-300mm sowie das Tokina 11-16mm dabei. Das Reisezoom-Objektiv von Tamron deckt mit dem riesigen Brennweitenbereich fast alle Situationen ab und ist bis auf die Brennweite von 300mm am Tele-Ende scharf. Das Weitwinkel-Objektiv von Tokina kam für ausgewählte Fotos zum Einsatz, wie dem Bild vom Calton Hill sowie für Landschaftsaufnahmen am Loch Lomond.

    Anreise & Unterkunft

    Anfang März ist nicht die typische Reisezeit für Schottland; tatsächlich war es aber keine schlechte Wahl. Das Wetter unterscheidet sich kaum vom typischen März-Wetter in Deutschland. Man kann sowohl hier als auch da Glück oder Pech haben. Da keine Hauptsaison war, hielt sich der Touristenandrang noch in Grenzen. Außerdem war es relativ leicht, einen günstigen Flug (sogar mit Lufthansa) und eine schöne Unterkunft zu finden.

    Das „Lairg Hotel“, wo ich übernachtet habe, ist ein kleines, gemütliches Hotel in direkter Nähe zum Bahnhof Haymarket. Es ist in einem Haus aus viktorianischer Zeit gelegen und trotz der Nähe zum Bahnhof war es immer sehr ruhig.  In 5 Minuten ist man mit der Straßenbahn oder mit dem Bus in der Innenstadt. Auch vom Flughafen ist das Hotel ohne Umsteigen erreichbar. Das Frühstück war sehr schmackhaft, wenn man denn das typische Full English Breakfast zu würdigen weiß. Im Frühstücksrraum bekam ich jeden morgen mit, wie einige deutsche und französische Gäste das warme Essen aus der Küche verschmähten. Im Gegensatz zu denen griff ich dankbar zu und sparte mir so das Mittagessen.

    Edinburgh Nahe Haymarket
    In dieser Straße lag mein Hotel

    Tag 1: Edinburgh bei Nebel

    Am ersten Tag präsentierte sich das Wetter typisch schottisch: Tiefer Nebel hing über der Stadt und es nieselte immer mal wieder. Gleich morgens ging ich auf den Castle Hill. Oben angekommen, konnte man kaum das Schloss sehen. Dennoch waren schon viele Touristen unterwegs. Den horrenden Eintritt für das Edinburgh Castle hab ich mir gespart und bin die Royal Mile heruntergegangen.

    Edinburgh Castle
    Blick zum Edinburgh Castle bei Nebel

    Edinburgh Castle Touristen
    Touristen photographieren sich vor dem Castle

    Die Royale Mile führt durch die mittelalterliche Old Town von Edinburgh. Sie beginnt beim Castle und führt bis zum Holyrood Palace, dem Anwesen der Queen. Sie ist das touristische Zentrum und dementsprechend viele Souvenirläden säumen die Straße.

    Edinburgh Royal Mile
    Die Royal Mail auf der Royal Mile

    Edinburgh Royal Mile
    Am Ende der Welt

    Am Ende der Royal Mile liegt die Ausstellung „Our Dynamic Earth“, der ich einen Besuch abstattete. Wobei Ausstellung eigentlich das falsche Wort ist, der Besuch ist ein richtiges Erlebnis. In der Ausstellung wird die Entstehung der Erde thematisiert. Sie beginnt mit einer Zeitreise zum Urknall und endet mit dem Leben auf der Erde, wie wir es heute kennen.

    Anschließend ging ich trotz des miesen Wetters zum Calton Hill hoch, wo man erwartungsgemäß nichts von der Stadt gesehen hat, außer Nebel. Dennoch waren einige Touristen dort unterwegs (mich selbst ja eingeschlossen) und taten das, was Touristen heutzutage so tun… sie fotografierten sich selbst.

    Edinburgh Calton Hill Nelson Monument
    Touristen photographieren sich vor dem Nelson Monument

    Um mich etwas aufzuwärmen, ging danach ich in die Scottish National Gallery. Hier hängen neben Bildern bekannter Künstler wie Monet und Rembrandt auch viele Gemälde schottischer Maler. Die laut Bewertungen im Internet so tollen Toiletten waren zwar gut und sauber, aber nicht umwerfend. Ein Besuch, sei es wegen der Gemälde oder der Toiletten, schadet dennoch nicht, denn der Eintritt ist kostenfrei.

    Edinburgh Scottish National Gallery
    Scottish National Gallery am Abend

    Als das Wetter ein bisschen besser wurde, war ich noch auf dem Grassmarket, dem mittelalterlichen Marktplatz von Edinburgh. Heute findet man dort viele Pubs und kleine Läden. Da dort früher auch die Hinrichtungen stattfanden, gibt es dort einen Pub, der passenderweise „The Last Drop“ heißt.

    Edinburgh Grassmarket The Last Drop
    The Last Drop am Grassmarket

    Abends ging ich noch die von den vielen Geschäften erleuchtete Princess Street entlang, bevor ich erschöpft ins Bett fiel.

    Edinburgh Princess Street
    Die Princess Street am Abend

    Tag 2: Sonne über Edinburgh

    Am zweiten Tag war das Wetter deutlich freundlicher. Die Sonne schien meistens und es gab nur gelegentlich kurze Schauer. Die sonnige Zeit nutzte ich, um diesmal den Blick vom Calton Hill über die Stadt zu genießen.

    Edinburgh Calton Hill
    Blick auf Edinburgh Castle vom Calton Hill

    Danach ging es hinauf zu Arthur’s Seat, dem höchsten Berg im Stadtgebiet. Er liegt innerhalb des Holyrood Parks und ist eigentlich ein erloschener Vulkan. Woher der Name stammt, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei klären. Die wahrscheinlichste Theorie besagt, dass die Engländer mal wieder etwas falsch verstanden haben, als sie in Schottland einfielen. Jedenfalls gibt es keinen Arthur, der dort oben einmal gesessen hat.

    Edinburgh Calton Hill Blick zum Arthurs Seat
    Blick zum Arthur’s Seat (im Hintergrund)

    Es gibt mehrere Wege zum Gipfel, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben. Ich habe ausgerechnet den schwierigsten Weg genommen, der über steile Treppen und nahe des Abgrunds zum Gipfel führt. Da der Weg vom Regen noch matschig war, war das ganze ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Auch wenn es „nur“ ein Berg innerhalb der Stadt ist, sollte man den Anstieg keinesfalls unterschätzen.

    Edinburgh Arthurs Seat
    Während des Aufstiegs

    Oben auf dem Gipfel angekommen, wurden die Mühen jedoch mit einer tollen Aussicht über die ganze Stadt bis hin zu den Highlands belohnt.

    Edinburgh Arthurs Seat
    Aussicht vom Arthur’s Seat

    Edinburgh Arthur's Seat Highlands
    Am Horizont die Highlands, im Vordergrund Ikea

    Nach der Kletterpartie nahm ich den leichten Weg zurück in die Stadt und fuhr mit dem Bus zum Botanischen Garten.  Dazu muss man sagen, dass in Großbritannien generell keine Haltestationen in Bussen angesagt werden. Als Ortsunkundiger muss man also die Haltestellen mitzählen und rechtzeitig „Stopp“ drücken. Blöderweise hält der Bus auch nicht an allen Haltestellen, sondern eben nur bei Bedarf. Wenn man also eine Haltestelle verpasst, funktioniert auch die Mitzähl-Methode nicht mehr. Mehr durch Glück habe ich es aber tatsächlich geschafft, an der richtigen Haltestellen für den „Royal Botanic Garden Edinburgh“ auszusteigen.  Der Garten selbst ist riesig und wunderschön angelegt. Sogar Anfang März blühten schon einige Rhododendron-Büsche, importiert aus dem Himalaya.

    Rhododendron Royal Botanic Garden Edinburgh
    Rhododendron im Royal Botanic Garden

    Besonders bewundernswert fand ich den Steingarten, durch den sich ein malerischer Wasserlauf schlängelte. Es gab dort viele verschlungene Wege, kleine Wasserfälle und in dem Bach spiegelte sich der weiß-blaue Himmel. Einfach wunderbar!

    Royal Botanic Garden Edinburgh
    Der Steingarten mit Wasserlauf

    Vom Botanischen Garten aus ging ich zurück Richtung Hotel. Das Water of Leith ist der Fluss, der durch Edinburgh fließt und am gleichnamigen Hafen in die Nordsee mündet. Auf großen Teilen kann man entlang des Flusses auf dem Water of Leith Walkway wandern. Auf dem Weg kam ich am Dean Village vorbei. In diesem Stadtviertel standen früher Getreidemühlen, die durch den Fluss angetrieben wurden. Heute ist es ein beliebtes Viertel mit pittoresken Häusern, die direkt an den Fluss gebaut sind.

    Edinburgh Dean Village

    Von dort aus war es nicht mehr weit zurück zu meinem Hotel, wo ich erstmal eine Pause einlegte. Gegen Abend brach ich dann noch einmal auf um den Sonnenuntergang vom Calton Hill aus zu fotografieren. Dabei kam ich an den Princess Street Gardens vorbei. Dieser Park in der Mitte von Edinburgh liegt direkt unterhalb des Edinburgh Castle. Das Abendlicht tauchte den Park sowie das Schloss in goldenes, warmes Sonnenlicht und ich konnte nicht anders, als noch ein paar Fotos zu machen.

    Edinburgh Princess Street Gardens Sunset
    Princess Street Gardens im Abendlicht

    Edinburgh Castle Sunset
    Das Edinburgh Castle wird von der untergehenden Sonne angeschienen.

    Als ich an einer roten Ampel warten musste, fiel mir auf, dass die Sonne gerade exakt durch das Scott Monument hindurchschien. Das Scott Monument, zu Ehren des schottischen Nationalschriftstellers Sir Walter Scott, ist das größte Denkmal weltweit, dass für einen Schriftsteller erbaut wurde.

    Edinburgh Scott Monument
    Scott Monument

    Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang war ich oben auf dem Calton Hill. Offensichtlich war ich jedoch nicht der einzige, der an diesem Tag die Idee hatte. Der Berg war von Photographen regelrecht belagert.

    Edinburgh Calton Hill Sunset
    Viel Betrieb auf dem Calton Hill bei Sonnenuntergang

    Zum Glück gingen viele, nachdem die Sonne hinter dem Horizont versunken war. Wenig später färbten sich die Wolken orange-rosa und ich konnte mein Traumbild von Edinburgh machen.

    Edinburgh Calton Hill Sunset Sonnenuntergang
    Mein Traumbild: Sonnenuntergang in Edinburgh

    Edinburgh Calton Hill Sunset
    Nach dem Sonnenuntergang

    Erschöpft ging ich danach zurück ins Hotel, denn schließlich warteten am nächsten Tag die Highlands auf mich. Doch dazu mehr im nächsten Blogbeitrag.

     

  • Mystischer Harz

    Mystischer Harz

    Der Harz ist meine Heimat – ich bin am westlichen Harzrand aufgewachsen und bin noch heute oft zu Besuch. Richtig schätzen gelernt habe ich die tolle Landschaft dort aber erst, nachdem ich zum studieren weggezogen bin.

    Die Sösetalsperre im Herbst

    Der Harz ist das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands. Er erstreckt sich über die drei Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Mit seinen 1141m ist der Brocken der höchste Berg im Harz und wohl das beliebteste Ausflugsziel in der Region.

    Der Brocken im Harz

    Insbesondere bei Wintersportlern beliebt ist der zweithöchste Berg im Harz, der Wurmberg bei Braunlage.

    Blick vom Wurmberg bei Braunlage

    Mich persönlich faszinieren jedoch die zahlreichen Seen, Talsperren und Flüsse – etwa die Sösetalsperre,  die Radau, die Ilse oder der Oderteich.

    Die Radau bei Bad Harzburg

    Im Ilsetal bei Ilsenburg

  • Schönes Snowdonia

    Schönes Snowdonia

    Über die Grenzen Großbritanniens hinaus ist der Snowdonia National Park in Wales kaum bekannt. Zu Unrecht, wie ich bei einem Kurzurlaub im April feststellen durfte.

    Der Nationalpark ist im Nordwesten von Wales gelegen. Mit seinen 1085m ist der Snowdon der höchste Gipfel im Nationalpark und sogleich der zweithöchste Berg Großbritanniens. Einen Bericht über den Aufstieg auf den Snowdon lesen Sie hier.

    Ausgangspunkt für Wanderungen in Snowdonia: Betwys-y-Coed

    Meine Unterkunft, stilecht ein Bed&Breakfast, bezog ich im Ort Betwys-y-Coed, von dem aus viele Sehenswürdigkeiten im Snowodnia National Park leicht zu erreichen sind. Der Ort selbst liegt in einem Tal, durch das sich bereits ein malerischer Fluss schlängelt.

    Betws-y-Coed in Snowdonia

    Betwys-y-Coed in Snowdonia

    Betwys-y-Coed ist ein typischer Touristenort, was aber nicht nachteilig ist. An der Hauptstraße reihen sich B&B’s und Pubs, außerdem gibt es einen Outdoor-Laden und einen Supermarkt. Nach einer langen Wanderung findet man Abends in einem der Pubs etwas zu Essen.

    Um die Umgebung zu erkunden, empfiehlt es sich, einen Mietwagen zu nehmen. Wer darauf verzichten möchte, kann auch mit der Bahn nach Betwys-y-Coed kommen. In den Snowdonia National Park bringen einen mehrere Buslinien.

    Neben meiner Wanderung auf den Snowdon erkundete ich auch andere Teile des Nationalparks. Schon bei einer Autofahrt möchte man am liebsten überall anhalten und fotografieren – am Llyn Gwynant gab es an der schönsten Stelle zum Glück eine Haltebucht, die ich natürlich unbedingt für ein Foto nutzen musste.

    Llyn Gwynant, Snowdonia, Wales

    Ein wirklicher Insidertipp ist die ehemalige Kupfermine Sygun Copper Mine. Sie ist heutzutage ein Museum und kann gegen ein geringes Eintrittsgeld besichtigt werden. In der Mine erhält man Erläuterungen zur Technik und zum Leben der Bergleute.

    sygun mine Snowdonia

     

    Harlech Castle

    Harlech Castle in Wales

    Nicht mehr ganz im Snowdonia National Park, dafür aber direkt an der Küste gelegen, ist Harlech mit seiner mittelalterlichen Burg. Diese kann man natürlich auch besichtigen. Im Inneren gibt es eine kleine Ausstellung zur turbulenten Geschichte mit einer Auflistung, wann welcher Herrscher die Burg erobert hat. Dabei wird einem dann schnell klar, woher der Autor die Inspiration für Game of Thrones hatte.

    Von der Burgmauer hat man – bei gutem Wetter – einen wunderbaren Blick zurück auf die Berge von Snowdonia.

    Blick Richtung Snowdonia

  • Dem Himmel ein Stück näher

    Dem Himmel ein Stück näher

    Der Mount Snowdon ist der zweithöchste Berg Großbritanniens und der höchste Berg in Wales. Mit 1085m ist er zwar nicht höher als ein typisches deutsches Mittelgebirge, dennoch ist ein Aufstieg eher mit einer Wanderung in den Alpen zu vergleichen. An einem schönen Frühlingstag im April folgte ich dem Miner’s Track zum Gipfel. Schon auf dem Weg zum Ausgangspunkt boten sich beeindruckende Ausblicke auf die karge walisische Landschaft.

    Der untere Teil des Weges ist leicht begehbar und gut befestigt. Er führt an vielen kleinen Seen (Walisisch: Llyn) vorbei und immer wieder gibt es tolle Ausblicke auf die umliegenden Berge.

    Nach einigen Wegbiegungen kann man schon den Mount Snowdon entdecken. Ich habe unheimliches Glück mit dem Wetter: Der Gipfel ist nicht in den Wolken, die Sonne scheint und hier unten im Tal sind die Temperaturen angenehm – optimales Wander- und Fotowetter! Laut meinem Gastgeber im B&B ist das die absolute Ausnahme im sonst so regnerischen Wales.

    Hinter dem nächsten See wird der Weg deutlich anspruchsvoller. Statt sich gemächlich durch die Landschaft zu schlängeln, geht es immer steiler bergauf.

    Die Mühen werden jedoch mit diesem wunderbaren Blick auf das Bergmassiv belohnt.

    Wie man schon sieht, ist der Gipfel zwar schon ganz nah, aber immer noch etliche Höhenmeter entfernt. Das heißt, ob jetzt mehr Klettern als Wandern. Ich brauche schon beide Hände, um mich an den Felsen hochzuziehen und dabei nicht auszurutschen. Der Schnee und der eiskalte Wind machen die Sache nicht einfacher. Vor Beginn meiner Reise hatte ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, im April noch Schnee auf dem Gipfel anzutreffen – man sollte das Wetter in Großbritannien auf keinen Fall unterschätzen. Dennoch wurde die Kletterpartie mit wahnsinnig tollen Ausblicken entlohnt, die für alle Strapazen entschädigt haben.

    Endlich auf dem Gipfel-Grat angekommen, erblicke ich ein paar Möwen. Möwen im Gebirge auf 1000m Höhe? Richtig, denn der Atlantik liegt in Sichtweite.

    Beim Blick zurück kann man gut den Weg hinauf erkennen. Wie eine Ameisenstraße zieht er sich den Berg hoch. Beim Aufstieg konnte man sich tatsächlich wie eine Ameise fühlen, so viele Wanderer waren an diesem schönen Tag unterwegs.

    Nach einigen weiteren rutschigen Metern ist schließlich der Gipfel auf 1085m erreicht – und bietet, mal wieder, einen eindrucksvollen Ausblick über das Land.

    Hier oben fühlt man sich dem Himmel tatsächlich ein Stückchen näher.

  • Rund um den Oderteich

    Rund um den Oderteich

    Der Oderteich ist eines der bekannteren Ausflugsziele im Westharz. (mehr …)